John Donahoe – der unkonventionelle, harte Arbeiter

So nach und nach gibt es immer mehr Details zur Person John Joseph Donahoe, den neu berufenen eBay-Chef. Bislang hat er sich immer mehr im Hintergrund gehalten und seiner Chefin Whitman den Vortritt gelassen. Bei eBay ist es ist auch nicht das erste Mal, dass er mit Meg Whitman zusammentraf. Schon in den 80iger-Jahren war Whitmann Donahoes Chefin, damals bei Bain&Company.

Als Whitman im Februar 2005 John Donahoe einstellte, signalisierte Sie ihm bereits, dass Sie Interesse habe, ihn als möglichen Nachfolger aufzubauen. Whitman und Donahoe kannten sich also gut, denn beide sind ‚Bainies‘, wie Beschäftigte der Consulting-Firma Bain & Company in der Branche genannt werden. Und es heißt, ‚Bainies‘ halten zusammen.

Ein Problem damals war: Eigentlich galt Jeff Jordan, ehemaliger PayPal-Chef, als aussichtsreicher Kandidat auf den Chef-Posten. Und Jordan gilt als guter Freund von Donahoe. Aber, typisch Donahoe, zunächst suchte er das Gespräch mit seinem Freund, ehe er Whitman zusagte. Jordan verließ dann eBay 1 Jahr später und ist heute Boss von „Opentable“, einem Restaurant-Reservierungssystem. Kollegen beschreiben den vierfachen Vater als freundlich, aufrichtig und zugänglich. eBay-Direktor Thomas Tierney: „Er hat die unheimliche Fähigkeit, sich mit jedem zu verstehen, vom Pförtner bis zum Vorstandsvorsitzenden.“ Zugleich ist der Ex-Basketballer ein zäher Arbeiter, bei dem die 70-Stunden Woche völlig normal ist. Wie die New York Times weiß, steht er morgens um 4:30 Uhr auf, und ist um 7:00 Uhr im eBay-eigenen Fitness-Studio.

Charakteristisch für Donahoe ist auch, ab jetzt ganz klar zum Online-Marktplatz eBay Stellung zu beziehen: „Ich bin ein großer Fan davon, Festgefahrenes aufzubrechen.“ Und bis dato hat er ja auch schon gute Arbeit bei eBay geleistet.
Er war für den gewichtigsten Geschäftsbereich verantwortlich: Die Marktplätze! Diese machen 70% des Umsatzes von 7,67 Milliarden US-Dollar aus. Sein Verdienst: Ein Umsatzplus von 26%, seit er den Posten antrat.

Aber, Donahoe ging auch, für einen Mann in seiner Position, ganz ungewöhnliche Wege, wie die New York Times berichtet.
So schaute er den eBay-Usern in ihren eigenen Wohnzimmern beim Shoppen auf eBay zu, und stellte hinterher fest, dass er mit der „Darbietung“ seines Unternehmens nicht zufrieden sei. Sein Fazit: „Alles muss einfacher, besser werden. Und zwar lieber heute als morgen. Aber eine Sache, die ich lernen musste, ist, dass man im eBay-Ökosystem nicht einfach mal so etwas schnell machen kann“, bekennt er später in einem Interview.

Für Donahoe war es nicht leicht damit umzugehen, dass die Mühlen bei eBay langsamer mahlten, als er es für gut hielt.
Denn der zur Bildungs- und Wirtschaftselite der USA zählende und immer durch Spitzenleistungen glänzende Arbeiter, liebt es, schnelle Entscheidungen zu treffen. An seiner einstigen Universität, der berühmten Stanford University, wird Donahoe immer gleichzeitig mit anderen Stanford-Studenten wie Microsoft-Chef Steve Ballmer und Philip Knight, dem Gründer des Sportartikelriesen Nike genannt. Tim Boyd von American Technology Research sieht der Zukunft bei eBay mit Donahoe hoffnungsvoll entgegen: „Sie haben einen neuen Chef und wollen das ändern, wovon jeder weiß, dass sie es ändern müssen.“