Gedanken über das Jahr 2008 bei eBay

Nach zwei turbulenten Tagen (Quartalszahlen und Führungswechsel) beim Online-Marktplatz eBay gibt es einige eBay-Kenner, die sich so ihre Gedanken über das Jahr 2008 bei eBay machen. Einer von ihnen ist Scot Wingo, CEO von ChannelAdvisor, der seine Gedanken in etwa wie folgt zusammenfasst:

Änderung des Management-Teams

Grundsätzlich ist ein Wandel an einer Konzernspitze oft auch mit viel Gutem behaftet, oder man könnte auch sagen „Neue Besen kehren gut“. John Donahoe hat nun die Chance „die Vergangenheit hinter sich zu lassen“, wie er selbst zu verstehen gab. Wingo hofft, das sich nun ebenso einige positive Neuerungen im eBay-Kerngeschäft, nämlich den Auktionen, ergeben werden. Eine neue Mannschaft rund um die eBay-Spitze, die alle schon sehr vertraut sind mit dem Online-Marktplatz eBay, auch wenn ein paar Leute von PayPal (Rajiv Dutta, Scott Thompson) kommen, wird den Aufschwung wohl schaffen. Bill Cobb wird eBay ebenfalls zum Ende des Jahres verlassen, und sein Posten als Präsident eBay Nordamerika wird an Lorrie Norrington gehen, die an Dutta (ehemaliger Skype-President und seit 2004 President von PayPal) berichten wird. Norrington agiert zur Zeit als Präsidentin von eBay international.

2008 und Webseiten-Änderungen

Zunächst einmal war es eine überwältigende Leistung der Verantwortlichen, an der Wall Street keine Einzelheiten von den eventuell bevorstehenden Gebührenänderungen verlauten zu lassen, um nächste Woche die Verkäufer darüber direkt zu informieren. Man könnte hier auch zwischen den Zeilen lesen: „Wall Street wir lieben Dich, noch mehr aber unsere Verkäufer, die sind unsere Kunden und denen sagen wir zuerst, wenn sich etwas ändert.“ In der Vergangenheit hingegen lagen die Prioritäten jedoch anders, zuerst Wall Street, dann Käufer und zuletzt die Verkäufer.

John Donahoe hat verlauten lassen, dass es Gebührenänderungen in den USA, Großbritannien und Deutschland geben wird, hat sie aber noch nicht weiter spezifiziert.

Nur soviel: Die Galerie soll kostenfrei/reduziert werden, Einstellgebühren werden vermindert. Und es ist das erste Mal seit langem, dass auch wieder die Veränderungen der Preise bei Festpreisangeboten und Auktionen ein Thema waren.
Donahoe will ein größeres Gewicht auf den Verkauf von Waren legen, die zu Festpreisen und nicht im Rahmen der herkömmlichen eBay-Auktionen gehandelt werden. Dieses Festpreisgeschäft ist laut Donahoe besonders stark gewachsen und steht heute für mehr als 40% des gesamten Transaktionsvolumens. Je mehr eBay allerdings in die Richtung des Festpreisverkaufs geht, umso mehr gleicht das Unternehmen dem konkurrierenden Online-Händler Amazon.com.

Feedback-Neuerungen sollen gleichwohl ein Punkt der Tagesordnung sein. Nun muss man nur noch abwarten, was nächste Woche im Detail bekanntgegeben wird. Eins ist jedenfalls klar, es wird ein interessantes und spannendes Jahr mit und für eBay werden.