telebid, Luupo – oder doch lieber eBay?

Es heißt, das Online-Auktionshaus eBay habe auch schon mal bessere Tage gesehen. Betrügereien, hohe Gebühren, gewisse Rechtsunsicherheiten in mehreren Punkten (z.B. Widerrufsfristen) – all das würde die Euphorie für das bekannte Online-Auktionshausleise leise bröckeln lassen. Diese Situation nutzen Konkurrenten von eBay aus, denn gegenwärtig eröffnen permanent neue Onlineshops und Auktionshäuser ihre virtuellen Tore. Die Onlineshops versuchen auch ein wenig Versteigerungsfeeling zu bieten, gehen aber einen Schritt weiter: Der Einkauf wird geradezu zum Glücksspiel. Denn ob man einen Gegenstand bekommt oder nicht, wird nicht alleine über das Gebot entschieden.

Jetzt kommen die neuen Shopping- bzw. Auktionsplattformen aus den USA auch nach Deutschland, doch Vorsicht – nicht ohne Wagnis für die Verbraucher.

Eine Menge Leute wünschen sich den Online-Trödelmarkt von früher zurück, wenn auch immer mit der Aussicht die besten Schnäppchen machen zu können. Und genau hier setzen die neuen „Moneymaker“ an: TeleBid z.b verspricht genau das – Schnäppchen über alles. Auch hier werden Gebote abgegeben, dennoch etwas anders als bei eBay. Der wohl bedeutsamste Unterschied: Jedes Gebot kostet eine Gebühr. Einerlei, ob man am Ende Gewinner oder Verlierer der Auktion ist. Telebid bietet nur Neuwaren mit dem Schwerpunkt Hightech an. Im Grunde ist Telebid nichts anderes als ein Online-Geschäft, das seine Waren zur Versteigerung anbietet. Jedes einzelne Gebot steigert den Kaufpreis um 10 Cent. Bei populären Auktionen geschieht das fast im Sekundentakt. Werden innerhalb von 40 Sekunden keine neuen Gebote abgegeben ist die Auktion beendet. Der letzte Bieter erhält dann den Artikel zum aktuellen Preis. Doch Vorsicht, denn jedes einzelne Gebot kostet 50 Cent, egal ob man den Zuschlag erhält oder nicht. Kostet ein Artikel am Ende 200 Euro und man hat 20 Mal mitgeboten, bezahlt man also im Ganzen 210 Euro für das begehrte Objekt, vielleicht ja ein guter Preis… .

Alle, die 20 Mal geboten haben und die Ware am Ende nicht erhalten, haben zehn Euro vergeblich ausgegeben. Grundsätzlich kann man bei Telebid auch Schnäppchen machen, doch immer nur mit einer großen Dosis Glück. Denn normalerweise gibt man eine Menge Geld allein für Gebote aus, ohne dafür je Ware zu erhalten. Das könnte durchaus unbefriedigend, und vor allem teuer werden. Um bei TeleBid dabei zu sein, muss man sich jedenfalls registrieren und sein Gebotskonto aufladen. Das heißt, man bezahlt also lange, ehe man bietet, geschweige bevor man etwas ergattert. Hierin liegt auch der große Unterschied zu eBay oder anderen Auktionshäusern oder aber Online-Shops.

Telebid arbeitet eigentlich mit einem psychologischen Trick: Mit der Zeit steigt auch der Druck weiterzubieten. Denn hat man erst einmal ein paar gebührenpflichtige Gebote abgegeben, dann möchte man natürlich auch den Zuschlag erhalten. Sonst wäre das Geld für die Gebote ja zum Fenster rausgeworfen.. Hinzu kommt der erhöhte Zeitdruck, der Countdown bei jedem Gebot. Man sollte sich deshalb vorher exakt überlegen, ob es dieser Artikel unbedingt sein muss. Und wenn ja, dann von vorneherein genau darüber nachdenken, wie oft man bieten will und bei welchem Preis man lieber aussteigt.

Luupo, ein anderes Online-Auktionshaus, das mit eBay wetteifern möchte, hat wieder andere Gesetzmäßigkeiten. Luupo ist ein Online-Marktplatz auf dem alle Preise sinken („Reverse Auction“). Auf Luupo findet jeder, was ihm gefällt, wie bei eBay auch, eine Kamera, Sonnenbrillen, Kaffeemaschinen, eben alles was das Herz begehrt. Die Crux hier, auch wenn alle Preise sinken, alleine um den momentanen Preis sehen zu können, muss man ein Gebot abgeben, und das schlägt gleich mit 49 Cent zu Buche – jedes Mal! Dafür sinkt mit jedem Gebot der Kaufpreis um 40 Cent. Klingt der gegenwärtige Preis interessant, kann man kaufen und bezahlt den aktuellen Preis. Der „Gewinnkauf“ ebenso bei Luupo möglich, klappt ein wenig anders. Da bekommt derjenige die Ware, der als letzter bietet. Im Grunde eine reine Glückssache, sozusagen eine Art Einkaufs-Lotterie mit Geldeinsatz. Um einsteigen zu können, muss man Luupos kaufen, woran der Betreiber verdient. Denn Anwärter müssen jede Menge Luupos ausgeben, um unter Umständen am Ende etwas einzukaufen.

Beim „Gewinnkauf“ ist eine reine Frage des Zufalles ob man am Ende etwa Sieger oder Verlierer ist. Ein einziger Bieter erhält den Zuschlag, die anderen müssen bezahlen. Es besteht also wieder die Gefahr, dass man viel Geld für Gebote vergeudet, ohne am Schluss dafür etwas in den Händen zu halten.

Betrachtet man die vorgestellten Kontrahenten von eBay etwas genauer, so stellt man fest, dass diese Arten der Versteigerungen nicht ganz ungefährlich sein können. Der Spieltrieb des Menschen wird sowohl bei Telebid also auch bei Luupo gezielt angesprochen, was im Zeitalter der verschiedenen „Süchte“ als nicht problemlos anzusehen ist.

Die größten Online-Auktionshäuser entsprechendend ihrer laufenden Auktionen sind in deutschsprachigen Raum:

Auktionshäuser auf onlinemarktplatz.de

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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Kategorien: Onlinehandel allgemein

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