Immer noch „Ich habe dich eine Weile beobachtet“ – Erpressermails nach angeblichem Pornokonsum

Bereits im Mai und Juli 2018 warnte der Ratgeber Internetkriminalität vor enormen Wellen von Erpressungsmails, die nach angeblichem Pornokonsum massenhaft und in verschiedensten Versionen verschickt wurden.

Diese Masche ist leider immer noch massiv im Umlauf. Die Polizei bekommt täglich mehrfach die Anfragen von überwiegend verunsicherten Bürgern, die sich diese Mails nicht erklären können.

Wichtig ist, Ruhe zu bewahren und nicht auf die Erpressung eingehen.

Ich habe dich eine Weile beobachtet - Erpressermail

Ich habe dich eine Weile beobachtet – Erpressermail – pixabay.com ©Alexas_Fotos (Creative Commons CC0)

Die Täter verunsichern die Empfänger, in dem zum Teil auch ein dem Empfänger zugehöriges Passwort mitgeteilt wird oder die Mail anscheinbar vom Mailkonto des Empfängers selbst zu stammen scheint. Dies ist aber alles nur Show der Täter, um die Bedrohung wirksamer zu gestalten und zur Zahlung zu bewegen.

Auch die Behauptung, die Täter hätten intimes Bild- und Videomaterial durch eine eingeschleuste Schadsoftware erstellt ist frei erfunden. Bisher konnte keine entsprechende Schadsoftware festgestellt werden. Zudem haben solche Mails auch Personen bekommen, die nicht über eine Webcam verfügen.

Die Zahlung soll mittels Bitcoin erfolgen. Der Betrag unterscheidet sich in den Mails. Auch die Sprache ist in den Mails unterschiedlich. Während die Mails zu beginn nur in englisch verfasst waren, so sind nun auch immer wieder deutsche Varianten im Umlauf.

Zahlen Sie unter keinen Umständen den geforderten Betrag. Sie haben das Recht, diesen Vorfall bei Ihrer örtlichen Polizei anzuzeigen. Eine Anzeige sollte unbedingt dann erfolgen, wenn Sie bereits den erpressten Geldbetrag übermittelt haben.

Sie können solche Mails auch zur Kenntnis an den Ratgeber Internetkriminalität (hier) weiterleiten. So kann die Polizei wertvolle Erkenntnisse für die Ermittlungen, aber auch für die Prävention gewinnen.

Weiterhin sollten Sie, falls in der Mail ein Passwort genannt wurde, das Passwort, wenn Sie es einem Dienst zuordnen können und es dort noch nicht geändert wurde, ändern. Die Täter greifen hier auf Passwörter zu, die bereits auch seit längerer Zeit im Netz bekannt sind. Diese können z.B. von Hacks auf Firmen stammen, wo die Empfänger Kunde waren oder noch sind.

Auf folgenden Seiten kann man seine Mailadresse prüfen, ob dort zugehörig irgendwelche Hacks bekannt sind:

Auch die Verwendung der eigenen Mailadresse als Absender für die Erpressermail sollte nicht beunruhigen. Die Täter können dies mit wenig Aufwand einrichten. Dies ist vergleichbar mit einem Briefumschlag, der auch mit einem beliebigen Absender beschriftet werden kann.

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Kategorien: Recht & Sicherheit