EHI Mobile-Payment-Initiative: Handy statt Geldbörse

An deutschen Kassen wird immer seltener zur Geldbörse gegriffen. Nur noch die Hälfte des Umsatzes im Einzelhandel begleichen Kunden mit Bargeld. Der Markt für unbares Bezahlen hat sich entsprechend positiv entwickelt. Seit rund einem Jahr gibt es eine starke Zunahme an kontaktlosem Bezahlen mit Karte – sozusagen eine Vorstufe des mobilen Bezahlens. Jede 10. Transaktion wird quasi im Vorbeigehen bezahlt. Eine weitere Vereinfachung an der Kasse ist das mobile Bezahlen. Die Zahlungsdetails sind dabei im Smartphone hinterlegt und Kunden brauchen weder Geldbörse noch Brieftasche zum Einkaufen. „Aber es besteht großer Informationsbedarf – sowohl bei Händlern wie auch bei Verbrauchern, die vermutlich aufgrund der vielen unterschiedlichen Mobile-Payment Lösungen in Deutschland verunsichert sind“, erklärt Horst Rüter, Zahlungsexperte im EHI, der heute die repräsentative Verbraucherbefragung auf der Mobile-in-Retail-Conference in Berlin vorstellt.

EHI Mobile-Payment-Initiative: Handy statt Geldbörse

EHI Mobile-Payment-Initiative: Handy statt Geldbörse – pixabay.com ©rawpixel (Creative Commons CC0)

Intransparenter Markt – großes Potential

Trotz des intransparenten Marktes bekräftigen 36 Prozent der Befragten ihre Aufgeschlossenheit gegenüber mobilen Bezahlmöglichkeiten, was hochgerechnet rund 20 Mio. Verbrauchern in Deutschland entspricht. Knapp die Hälfte von ihnen sieht die hauptsächlichen Vorteile in der höheren Geschwindigkeit und der Vereinfachung des Bezahlens. Auch die moderne, zeitgemäße Art des Bezahlens empfinden die Kunden als Mehrwert. Den Skeptikern hingegen, die 64 Prozent der Befragten ausmachen, sind die Vorzüge des mobilen Bezahlens meist nicht klar. Ein Viertel von ihnen gibt an, den Nutzwert dieser Methode nicht ausreichend zu kennen. 24 Prozent erklären, sich bei dem Thema zu wenig auszukennen. Außerdem hat rund die Hälfte von ihnen Bedenken bezüglich Datenschutz und -sicherheit, insbesondere die Angst vor Datenmissbrauch durch Hacker, geäußert.

Aber auch Händler sind verunsichert. Der Markt ist zurzeit recht unübersichtlich, die Vorteile sind nicht ausreichend bekannt und es ist unklar, welche der Lösungen sich durchsetzen werden und die Investitionen rechtfertigt. Um über die unterschiedlichen Möglichkeiten aufzuklären, hat das EHI mit Partnern die Mobile-Payment-Initiative gegründet. Gemeinsam mit dem EHI wollen u.a. Blue Code, Girocard, Google Deutschland, GS1 Germany, Ingenico Payment Services, Mastercard, Payback, Roqqio, Visa und Wirecard mit der Mobile-Payment-Initiative unter der Leitung von Caroline Coelsch, Projektleiterin beim EHI, umfassende Informationen zum mobilen Bezahlen bereitstellen. Damit sollen grundlegende Kenntnisse über die innovative Technologie und die verschiedenen Verfahren und Systeme bei Verbrauchern und im Einzelhandel deutlich erhöht werden. Der Einzelhandel soll damit in die Lage versetzt werden, jederzeit ein für seine Kunden optimales Angebot mobiler Bezahllösungen umzusetzen. Die Initiative wird auch eine Plattform für den Austausch und Dialog der Partner darstellen, damit gemeinsam Stärken oder Schwächen einzelner Lösungen diskutiert werden können.

Methode
Gemeinsam mit Kantar TNS wurde eine zweistufige Verbraucherbefragung durchgeführt um den Status quo zum mobilen Bezahlen in Deutschland abzubilden. Im ersten Schritt wurde eine repräsentative Onlinebefragung aufgesetzt, an der 1.046 Verbraucher teilgenommen und Fragen zum mobilen Bezahlen mit dem Smartphone beantwortet haben. Im zweiten Schritt hat eine qualitative Befragung mit 40 Verbrauchern stattgefunden, um persönliche Einschätzungen einzuholen. Anfang nächsten Jahres plant das EHI eine Händlerbefragung zu diesem Thema durchzuführen.

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Das EHI Retail Institute e. V. ist ein Forschungs- und Bildungsinstitut für den Handel und seine Partner mit Sitz in Köln. Die Gründung erfolgte 1989.

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