GfK Konsumklimastudie: Konsumklima im Sommerhoch

Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt im September eine im Großen und Ganzen positive Entwicklung. Konjunktur- und Einkommenserwartung legen zu, während die Anschaffungsneigung geringe Einbußen hinnehmen muss. Für Oktober prognostiziert GfK wieder einen leichten Anstieg des Konsumklimas gegenüber dem Vormonat um 0,1 Zähler auf 10,6 Punkte.

Nicht nur das Wetter, sondern auch die Konsumstimmung zeigen sich im September von ihrer sommerlichen Seite. Trotz politischer Turbulenzen steigt der Konjunktur- und Einkommensoptimismus. Dagegen verzeichnet die Anschaffungsneigung ein kleines Minus, weist aber immer noch ein überaus gutes Niveau auf. Da die Sparneigung unverändert bleibt, kann das Konsumklima leicht zulegen.

Konsumklima im Sommerhoch

Konsumklima im Sommerhoch – pixabay.com ©TheDigitalArtist (Creative Commons CC0)

Konjunkturerwartung setzt Aufwärtstrend fort

Die Konjunkturaussichten legen im September zum zweiten Mal in Folge zu. Mit einem Plus von 4,9 Zählern klettert der Indikator auf 27,1 Punkte. Damit scheint die bis Juli zu beobachtende etwa halbjährige Talfahrt beendet zu sein und der Indikator liegt wieder im Aufwärtstrend. Zum Vorjahr steht allerdings noch ein Minus von gut sechs Punkten zu Buche.

Nach wie vor scheint der Handelskonflikt der EU mit den USA sowie ein drohender harter Brexit den Konjunkturoptimismus nicht nachhaltig zu beeinträchtigen. Die Verbraucher sehen Deutschland auf einem soliden Wachstumskurs, wenn auch die Wirtschaftsdynamik des vergangenen Jahres etwas nachlassen dürfte. Dies zeigt sich bislang auch in der tatsächlichen Entwicklung. So konnte das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gegenüber der Vorperiode um 0,5 Prozent zulegen. Zudem stützen die anhaltend positiven Meldungen vom Arbeitsmarkt die Konjunkturstimmung.

Einkommenserwartung legt zu

Im Sog zunehmender Konjunkturaussichten kann auch die Einkommenserwartung im September zulegen. Mit einem Plus von 5,3 Zählern macht der Indikator die Verluste aus dem Vormonat mehr als wett. Aktuell werden 57,9 Punkte gemessen. Das ist der höchste Wert seit über einem Jahr. Im August 2017 verzeichnete der Einkommensindikator 61,4 Punkte.

Der nach wie vor exzellente Arbeitsmarkt bietet auch in diesem Jahr gute Voraussetzungen für eine solide Steigerung der Einkommen der Beschäftigten. Und in deren Schlepptau werden auch die gesetzlichen Renten, deren Entwicklung an die Löhne und Gehälter gekoppelt ist, deutlich steigen. Das bedeutet, dass die Konsumenten trotz einer zuletzt gestiegenen Inflationsrate auch real mit spürbaren Einkommenszuwächsen rechnen können.

Anschaffungsneigung verliert leicht

Trotz leichter Verluste ist und bleibt die Konsumlust der Deutschen intakt. Im September büßt der Indikator 2,3 Zähler ein. Mit aktuell 52,9 Punkten weist er nach wie vor ein überaus hohes Niveau auf. Im Vorjahresvergleich steht ein Minus von gut vier Punkten zu Buche.

Trotz des geringen Verlustes bleiben die deutschen Konsumenten in Kauflaune. Die exzellente Arbeitsmarktentwicklung gibt den Beschäftigten ein hohes Maß an Vertrauen in die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes. Arbeitsplatzsicherheit wiederum gibt ein gewisses Maß an Planungssicherheit bei größeren Anschaffungen und Ausgaben. Man ist zudem auch eher bereit, sich zur Finanzierung dieser zu verschulden.

Konsumklima mit Anstieg nach zwei Rückgängen in Folge

Nach zwei Rückgängen in Folge kann das Konsumklima wieder zulegen. GfK prognostiziert für Oktober 2018 einen leichten Anstieg des Konsumklimas gegenüber dem Vormonat um 0,1 Zähler auf 10,6 Punkte. Damit bewährt sich der private Konsum als wichtige Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Dies ist gerade in Anbetracht des Handelsstreits der EU mit den USA wichtig. Denn mögliche Beeinträchtigungen der Exporte durch höhere Zölle oder andere Beschränkungen treffen in erster Linie die Exportnation Deutschland. In diesem Fall ist es umso wichtiger, dass die Binnenkonjunktur einen verlässlichen und stabilen Anker darstellt. GfK bestätigt deshalb seine Prognose, wonach die realen privaten Konsumausgaben in diesem Jahr um 1,5 Prozent steigen werden.

Voraussichtliche Veröffentlichungstermine 2018

  • Freitag, 26. Oktober 2018, 8 Uhr
  • Mittwoch, 28. November 2018, 8 Uhr
  • Freitag, 21. Dezember 2018, 8 Uhr

Zur Studie

Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 31. August 2018 bis 14. September 2018. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte. Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 durchgeführt.

Das Konsumklima bezieht sich explizit auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht jedoch – je nach Abgrenzung – lediglich etwa 30 Prozent der privaten Konsumausgaben aus. Der Rest sind Dienstleistungen, Reisen, Miete, Gesundheitsdienstleistungen sowie der gesamte Wellness-Bereich.

GfK prognostizierte für das vergangene Jahr 2017 einen Anstieg des privaten Konsums von mindestens 1,5 Prozent. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Konsumausgaben im Jahr 2017 real um etwa 1,9 Prozent. Auch hierbei geht es nicht um die Einzelhandelsumsätze, sondern um die gesamten Konsumausgaben der Verbraucher.

Die Anschaffungsneigung ist – wie alle anderen Indikatoren auch – ein Stimmungsindikator. Sie fragt, ob die Verbraucher es derzeit für ratsam halten, größere Anschaffungen zu tätigen. Selbst wenn sie dies mit „Ja“ beantworten, müssen noch zwei weitere Voraussetzungen für einen Kauf vorhanden sein: Der Verbraucher muss das nötige Geld für eine solche größere Anschaffung besitzen und auch eine Notwendigkeit für diese Anschaffung sehen. Zudem handelt es sich hier tatsächlich ausschließlich um langlebige Gebrauchsgüter, die auch ein größeres Budget erfordern.

Die Ergebnisse der Stimmungsbefragung stammen aus monatlich durchgeführten persönlichen Interviews bei etwa 2.000 Personen, die repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland sind. Dieses Befragungsinstrument unterliegt ständigen Qualitätskontrollen, vor allem auch im Hinblick auf seine Repräsentativität. Die ausgesprochen hohe Qualität dieser Erhebung zeigt sich auch daran, dass sie für Umfragen im Bereich der empirischen Rechtsforschung (z.B. Verwechslungsgefahr von Produkten) verwendet und anerkannt ist. Das heißt, die Ergebnisse haben Gutachterqualität und müssen jeweils vor Gericht standhalten.

Die GfK mit Sitz in Nürnberg ist das größte deutsche Marktforschungsinstitut, derzeit weltweit die Nummer fünf der Branche. Die GfK ist seit März 2017 im mehrheitlichen Besitz (96,7 %) des Investmentfonds Acceleratio Capital N.V., einer Holdinggesellschaft des amerikanischen Private Equity-Konzerns Kohlberg Kravis Roberts & Co..

Das Unternehmen erhebt die Einschaltquoten für das Fernsehen in der Bundesrepublik Deutschland. Die Gemeinde Haßloch dient als durchschnittlicher Ort als Testmarkt für das Instrument GfK BehaviorScan, mit dem vor allem die Wirkung von Fernsehwerbung untersucht und die Neueinführung von Produkten simuliert wird. Vom Unternehmen wird unter anderem auch der GfK-Konsumklimaindex errechnet.



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