Gemeinschaftsunternehmen mit Fiege: Karstadt steigt in die Logistik-Branche ein

Das Warenhaus Karstadt vollzieht eine Kehrtwende. Vor 13 Jahren lagerte sie die gesamte Logistik aus. Jetzt steigt der Handelsriese wieder in dieses Geschäft ein und gründet mit dem Partner Fiege ein Gemeinschaftsunternehmen. In den Plänen spielt auch der Zusammenschluss mit Kaufhof eine große Rolle.

Erst kürzlich fusionierte Karstadt mit seinem langzeitigen Konkurrenten Kaufhof. Die Pläne des Unternehmens scheinen aber weitaus größer zu sein, wie die jüngste Initiative deutlich macht. Laut Nachrichtenblatt WELT will die Kaufhauskette in Zukunft stärker vom boomenden E-Commerce-Markt profitieren und steigt nun in die Logistik-Branche ein. Als Partner soll sie den Dienstleister Fiege ins Boot geholt haben, mit dem Karstadt ein Joint Venture eingeht. Beide würden ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, wie der Warenhausbetreiber vor wenigen Tagen mitteilte. Sie soll unter dem Namen Fiege X Log auftreten und ab 2020 die gesamte Logistik von Karstadt übernehmen.

Ende der Abhängigkeit von der Deutschen Post

Wie das Nachrichtenblatt schreibt, löst sich der Handelsriese mit dem Gemeinschaftsunternehmen von der Deutschen Post, die derzeit eine wichtige Säule in Karstadts Online-Geschäft darstellt. Bis die Verträge ablaufen, wird sie jedoch weiterhin für die Auslieferung zuständig sein. Danach übernimmt Fiege X Log die Zustellung. Wie lange die Umstrukturierung dauern wird, bleibt unklar. Die WELT geht jedoch von mehreren Monaten aus. Zunächst müsse das Bundeskartellamt sowohl die Fusion der beiden Kaufhäuser als auch die Gründung des geplanten Logistikunternehmens prüfen.

Filialen als Logistik-Standorte nutzen

Wie groß die Ambitionen des Handelsriesen tatsächlich sind, zeigt die Aussage von CEO Fanderl: „Karstadt ist dabei, sich erfolgreich zu einem vernetzten Marktplatz mit vielen Partnern zu entwickeln“ zitiert ihn die WELT. Das Portal Internetworld berichtet zudem, dass Fiege X Log seine Dienste in Zukunft auch Drittkunden anbieten wolle. Außerdem sei geplant, die 79 Karstadt-Filialen in den deutschen Groß- und Mittelstädten als Logistik-Standorte einzusetzen. Diese eigneten sich aufgrund ihrer zentralen Lage besonders gut für die Zustellung auf der letzten Meile. Dabei käme Karstadt der Zusammenschluss mit Kaufhof gerade recht, weil dessen Standorte in das Filialen-Netz eingebunden werden könnten.