Alibaba will eigenen KI-Chip entwickeln

Alibaba will in Zukunft auch Hardware anbieten, zum Beispiel Prozessoren. Deswegen hat der chinesische Konzern eine Tochter-Firma gegründet, die einen eigenen KI-Chip entwickeln soll. Grund für diesen Vorstoß ist nicht nur der Konkurrenzkampf mit Amazon.

Alibaba will eigenen KI-Chip entwickeln

Alibaba will eigenen KI-Chip entwickeln – pixabay.com ©blickpixel (Creative Commons CC0)

Alibaba und Amazon liefern sich einen erbitterten Konkurrenzkampf. Beide dringen immer wieder in neue Geschäftsfelder. Besonders beliebt ist gerade, eigene Services und Hardware anzubieten. Amazon hat damit schon sehr früh angefangen. Jetzt will aber auch Alibaba zum Zuge kommen. Der Konzern möchte eigene Prozessoren für die Künstliche Intelligenz auf den Markt bringen. Diese Initiative ist insofern vorteilhaft, als der chinesische Internet-Gigant Chipproduzenten gleich in seiner Nähe hat.

Kundenspezifische Chips und Embedded-Prozessoren

Dass Alibaba in diesen Geschäftszweig einsteigen möchte, gab der Konzern letzte Woche bekannt. Zu diesem Zweck soll bereits eine Tochterfirma gegründet worden sein. Sie werde kundenspezifische Chips und Embedded-Prozessoren herstellen, heißt es. Zusätzlich dazu ist eine weitere Gruppe innerhalb des E-Commerce-Teams zu Hause in Hangzhou geplant, deren Aufgabe darin besteht, die Entwicklung eines eigenen Quantenprozessors in Gang zu bringen. „Wir sind zuversichtlich, dass unsere Vorteile in den Bereichen Algorithmus, Datenintelligenz, Rechenleistung und Domänenwissen auf der Grundlage des vielfältigen Ökosystems von Alibaba uns in die einzigartige Lage versetzen werden, echte technologische Durchbrüche in disruptiven Bereichen wie der Quanten- und Chiptechnologie zu erzielen“, sagt CEO Daniel Zhang.

Handelskonflikt zwischen USA und China

Einen Grund für Alibabas Vorstoß ist auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China, der jetzt in die nächste Runde geht. Mitbegründer Jack Ma sagte bereits am Anfang des Jahres, dass Amerika den Markt für Chips kontrolliere. Deswegen solle seiner Meinung nach jedes Land seine eigene Technologie haben. Daraufhin leitete Alibaba die ersten Schritte ein. Im April erwarb der Internet-Gigant den chinesischen Chiphersteller Hangzhou C-SKY Microsystems. Weitere Zukäufe sollen folgen. So ist zum Beispiel eine Investition von 15 Milliarden US-Dollarn in die Alibaba DAMO Academy geplant, eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Diese kooperiert schon jetzt mit Universitäten aus der ganzen Welt.

Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.



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