Vermittlungsplattform: Getränkekonzerne wollen Bestellstrukturen in der Gastronomie digitalisieren

Amazons Ambitionen im B2B-Geschäft sind bekannt. Deswegen bereiten sich die drei Getränkekonzerne Bitburger, Coca-Cola und Krombacher schon jetzt vor und bauen eine Vermittlungsplattform auf, um den Bestellvorgang in der Gastronomie zu modernisieren. Denn sie wissen: Wenn sie es nicht tun, macht es der Konzern aus Seattle.

Vermittlungsplattform: Getränkekonzerne wollen Bestellstrukturen in der Gastronomie digitalisieren
Vermittlungsplattform: Getränkekonzerne wollen Bestellstrukturen in der Gastronomie digitalisieren

 

Die Digitalisierung greift immer weiter um sich. Bald könnte sie sogar die Bestellstrukturen in der Gastronomie erfassen. Dort ist von den Veränderungen der letzten Jahre noch nichts zu spüren. Restaurantbetreiber ordern ihre Getränke wie gewohnt per Telefon oder Fax. Deswegen haben sich drei Konzerne das Ziel gesetzt, den Bestellvorgang zu modernisieren. Es handelt sich um keine Geringeren als Bitburger, Coca-Cola und Krombacher. Das Dreiergespann möchte schon bald unter den Namen «kollex» eine zentrale Vermittlungsplattform für die Branche aufbauen. Gastronomen und Großhändler sollen dann darüber ihre Bestellungen abwickeln.

Kostenfreie Nutzung der Vermittlungsplattform

Die Vorbereitungen laufen schon seit mehreren Monaten. Ende dieses Jahres sollen schließlich die ersten Pilotprojekte beginnen, wie WirtschaftsWoche berichtet. Mit einem deutschlandweiten Start rechnen die drei Getränkekonzerne erst im ersten Halbjahr 2019. Diese haben jedoch ein kleines Problem. Mit ihrer Vermittlungsplattform laufen sie Gefahr, in direkte Konkurrenz zu den Großhändlern zu treten, die bislang zu ihren wichtigsten Hauptabnehmern zählen. Deswegen beteuern Bitburger, Coca-Cola und Krombacher, dass «kollex» eine reine Vermittlungsplattform bleiben werde. Für deren Nutzung sollen nach eigenen Aussagen keine Kosten anfallen. Um sich zu finanzieren, planen die Verantwortlichen Zusatzangebote. Deren Einführung erfolgt jedoch zu einem späteren Zeitpunkt.

Amazon frühzeitig Paroli bieten

Geld ist nicht das vordergründige Ziel der drei Getränkekonzerne. Vielmehr wollen sie sich gegen den Internet-Giganten Amazon rüsten, der im Großhandel immer aktiver wird. Der US-Konzern startete vor anderthalb Jahren eine eigene Business-Plattform und bemüht sich seitdem um Kooperationen mit externen Händlern. Dabei geht es Amazon auch darum, Eigenmarken für das Gastronomiegeschäft zu schaffen. Noch werden auf der B2B-Plattform des Internetriesen lediglich Reinigungsmittel und Büromaterial verkauft. Sollten auch gastronomierelevante Produkte hinzukommen, ist in der Branche mit weitreichenden Veränderungen zu rechnen. Deswegen wollen Bitburger, Coca-Cola und Krombacher möglichst früh genug die Weichen liegen, um später nicht das Nachsehen zu haben.