Online-Handel gewinnt bei technischen Konsumgütern weiter an Boden

Im ersten Halbjahr 2018 entfiel rund ein Drittel des Umsatzes der weltweit an Verbraucher verkauften technischen Konsumgüter (Technical Consumer Goods, TCG) auf den Online-Handel. In 18 Ländern* Europas liegt der Online-Anteil mit derzeit durchschnittlich 25 Prozent allerdings weiterhin unter dieser Marke. Europäische Online-Händler konnten ihren Anteil in den letzten Jahren jedoch kontinuierlich steigern (2015: 21 Prozent). Allerdings sind nicht alle Produktkategorien beim Online-Kauf gleichermaßen beliebt. Dies könnte sich jedoch ändern, da sich der europäische Online-Einzelhandel derzeit im Umbruch befindet. Das sind die Ergebnisse von GfK für den globalen Handel mit technischen Konsumgütern, anlässlich der IFA 2018 in Berlin.

Online-Handel gewinnt bei technischen Konsumgütern weiter an Boden
Online-Handel gewinnt bei technischen Konsumgütern weiter an Boden – pixabay.com ©geralt (Creative Commons CC0)

Auf regionaler Ebene kurbelten die Länder der APAC-Region und insbesondere China den globalen Online-Absatz an. Der E-Commerce Handel in China verzeichnete ein beachtliches Wachstum im zweistelligen Bereich von fast 23 Prozent. In der ersten Jahreshälfte 2018 kletterte der Online-Anteil bei den verkauften technischen Konsumgütern in China damit auf über 30 Prozent.

Im Gegensatz zu den USA und Europa, wo die meisten Länder eine Internet-Penetration von 80 Prozent oder mehr aufweisen, liegt diese Rate in China bei gerade einmal 55 Prozent, da ein großer Teil der Bevölkerung auf dem Land lebt. Weitere Investitionen in die chinesische Infrastruktur werden jedoch den Grundstein für eine größere Internetnutzung und somit für einen Zuwachs der Online-Umsätze legen. Auch wenn die Verbreitung des Internets in China eine große Herausforderung darstellt, steckt darin auch ein enormes Wachstumspotenzial für die führenden chinesischen Onlinehändler. Mit 773 Millionen Internetnutzern bei einer Gesamtbevölkerung von 1,4 Milliarden Menschen weist China bereits jetzt die größte Internet-Community auf – und sie wächst von Jahr zu Jahr weiter. Dank dieses Wachstums werden Chinas Online-Händler Zugang zu neuen Finanzmitteln erhalten und ihre globale Stärke für Investitionen und eine Expansion in den europäischen Markt weiter ausbauen können.

Europäischer Online-Handel nimmt Fahrt auf

Die führenden chinesischen Onlinehändler werden sich in Europa – zumindest zunächst – voraussichtlich auf Produktkategorien konzentrieren, die von Mitbewerbern nicht voll ausgeschöpft werden oder im Online-Absatz hinterherhinken. Die Produktkategorie, die europäische Verbraucher in den 18 untersuchten Ländern heute am liebsten über das Internet kaufen, sind IT-Produkte (Online-Anteil: 38 Prozent). Weniger beliebte Online-Kategorien, wie beispielsweise Telekommunikation (Online-Anteil: 21 Prozent), Consumer Electronics (Online-Anteil: 22 Prozent) und Haushaltskleingeräte (Online-Anteil: 28 Prozent) legten im ersten Halbjahr 2018 bei den Online-Umsätzen erneut stark zu. Diese Produktsparten sollten somit im Hinblick auf wachsende Online-Verkaufsaktivitäten im Auge behalten werden.

Mobilgeräte werden den Online-Handel noch weiter antreiben

Der Einkauf über das Smartphone oder Tablet stellt für eine wachsende Zahl an technikaffinen und unter Zeitmangel leidenden Verbrauchern eine immer beliebtere Form des Online-Shoppings dar. Laut einer aktuellen GfK-Studie betrachtet mehr als jeder zweite Käufer von technischen Gebrauchsgütern im Jahr 2018 „sein Mobilgerät als wichtigstes Shopping-Hilfsmittel“. Hier lässt sich ein deutlicher Aufwärtstrend erkennen (2015: 40 Prozent). Die führenden Onlinehändler aus China sind dank langjähriger Erfahrung auf ihren Heimatmärkten auch im Bereich des M-Commerce gut aufgestellt. Der Kauf über mobile Geräte ist China bereits Alltag. So ist für 80 Prozent der Käufer von technischen Gebrauchsgütern in China ihr Smartphone oder Tablet das bevorzugte Shopping-Gerät (GfK-Studie aus dem Jahr 2018).

Wichtige europäische Einzelhändler haben Wettbewerbsvorteil

Mit starken Allianzen zwischen den wichtigsten europäischen Akteuren lassen sich die neuen Herausforderungen des Handels meistern. Durch das Eingehen von Partnerschaften können Händler aus ihrer Omnichannel-Präsenz Wettbewerbsvorteile ziehen und ihren Kunden mithilfe neuer Technologien, gemeinsamer Innovationsinitiativen und gemeinsamen Investitionen in Big-Data-Analysen das beste Online- und Offline-Einkaufserlebnis bieten.

Obwohl der kontinuierliche Wandel in Europa als erheblicher Störfaktor für den Handel mit technischen Konsumgütern betrachtet werden kann, hat der „traditionelle“ Einzelhandel nichts von seiner Attraktivität verloren: Der Anteil der Verbraucher, die Ladengeschäfte heute als weniger wichtig als vor einigen Jahren ansehen, hat sich nach wie vor nicht verändert (2015: 43 Prozent, 2018: 43 Prozent).

Hinweis: * Umfasst die Länder: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Russland, Schweiz, Slowakei, Spanien, Tschechische Republik, Ukraine, Ungarn.

Zu Methode

GfK erhebt im Rahmen des Handelspanels in mehr als 75 Ländern weltweit regelmäßig Daten zum Verkauf von technischen Konsumgütern (TCG). Im GfK-Handelspanel berichten 425.000 Einzelgeschäfte in über 120 verschiedenen Verkaufskanälen. Alle Zahlen beziehen sich auf den gesamten TCG-Online-Markt.