Studie: Amazon kontrolliert 49 Prozent des US-amerikanischen E-Commerce-Marktes

Der heutige Online-Handel ist ohne Amazon nicht denkbar. Den größten Einfluss hat der Konzern aus Seattle im eigenen Land. Wie viel Prozent des heimischen Marktes der Internet-Gigant tatsächlich kontrolliert, können viele nur ahnen. Das Marktforschungsunternehmen eMarketer hat jetzt konkrete Zahlen geliefert und einige Prognosen abgegeben.

Studie: Amazon kontrolliert 49 Prozent des US-amerikanischen E-Commerce-Marktes

Studie: Amazon kontrolliert 49 Prozent des US-amerikanischen E-Commerce-Marktes – pixabay.com ©Alexas_FotosGDJ (Creative Commons CC0) and Frank

Amazon hat als digitale Buchhandlung angefangen und sich zu einem der mächtigsten Internetunternehmen weltweit hochgearbeitet. Heute betätigt sich der US-Konzern in nahezu allen Bereichen des E-Commerce. Ein Ende ist nicht in Sicht. Den Online-Handel kontrolliert der Gigant von Jahr zu Jahr mehr. Wie groß sein Einfluss mittlerweile in den USA ist, wollte das Marktforschungsunternehmen eMarketer jetzt ganz genau wissen. Das Ergebnis fällt für Amazon erfreulich aus, für die Konkurrenz eher nicht, erst recht nicht für die kleinen Händler. 49,1 Prozent aller Ausgaben, die Verbraucher online tätigen, fließen in die Kasse des Internet-Riesen.

Weit vor der Konkurrenz

Laut eMarketer wird Amazon in diesem Jahr insgesamt rund 258,22 Milliarden US-Dollar in den Vereinigten Staaten umsetzen. Wer heutzutage in den USA online Geld ausgibt, tut es überwiegend bei dem Konzern aus Seattle. Wie groß die Dominanz im E-Commerce ist, zeigt der Abstand zwischen Amazon und eBay. Der Konkurrent nimmt lediglich 6,6 Prozent der Online-Ausgaben ein, Apple sogar nur 3,9 Prozent. Dahinter rangiert mit 3,7 Prozent Walmart, der größte Einzelhändler im Offline-Geschäft.

Marktplatz als Umsatzmotor

Die größten Umsätze erzielt Amazon noch immer mit seinem Marktplatz. Sie machen 68 Prozent aller Erlöse des Internetriesen aus und belaufen sich laut eMarketer in diesem Jahr auf fast 176 Milliarden US-Dollar. Daher ist es kein Wunder, dass so viele E-Commerce-Unternehmen dem Marktplatz-Modell nachjagen. Mit ihm lassen sich Transaktionen an zwei Fronten generieren und Margen verbessern. „Das kontinuierliche Wachstum von Amazons Marketplace macht auf mehreren Ebenen Sinn“, bemerkt Andrew Lipsman, Analyst von eMarketer. „Mehr Käufer, die häufiger auf Amazon agieren, werden natürlich Drittanbieter anziehen. Da Transaktionen von Drittanbietern jedoch auch rentabler sind, hat Amazon allen Anreiz, den Prozess so nahtlos wie möglich für diejenigen zu machen, die auf der Plattform verkaufen.“

Die besten Produktkategorien

Am besten verkaufen sich auf Amazons Marktplatz noch immer Unterhaltungselektronik und Technologie. eMarketer prognostiziert einen Erlös von 65,82 Milliarden US-Dollar, rund ein Viertel des gesamten Umsatzes. Die zweitbeliebteste Kategorie ist Bekleidung und Accessoires. Mit solchen Produkten wird Amazon in diesem Jahr voraussichtlich 39,88 Milliarden US-Dollar erwirtschaften, so eMarketer. Auf dem dritten Platz sieht das Marktforschungsunternehmen Kosmetika. Sie würden 16 Milliarden US-Dollar in die Kasse spülen. Auf dem Vormarsch befindet sich auch die Kategorie Essen und Trinken. Mit solchen Produkten wird Amazon 2018 wohl 4,75 Milliarden US-Dollar umsetzen, wie eMarketer glaubt. Rechnet man diese Beträge zusammen, ergibt sich ein Betrag, der im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent gewachsen ist.

Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.



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