In Zukunft nur noch Online-Handel: Otto stellt seinen Print-Katalog ein

Früher blätterten die deutschen Verbraucher genüsslich im Otto-Katalog und bestellten dann die gewünschten Produkte. Heute klicken sie sich durch die Seiten diverser Online-Shops durch. Deswegen versendet der Hamburger Konzern sein bekanntes Print-Medium am Ende dieses Jahres zum letzten Mal.

Der Otto-Katalog gehörte mehrere Jahrzehnte lang zu jedem deutschen Haushalt dazu. Er hielt sich selbst dann noch lange, als es zur digitalen Transformation gekommen war. Doch in diesem Jahr ist Schluss. Wie Otto angekündigt hat, wird der Katalog am 4. Dezember zum letzten Mal versendet. Marc Opelt, Vorsitzender des Bereichsvorstands, nennt den Grund für das Ende des bekannten Print-Mediums: „Unsere Kunden haben den Katalog sukzessive selbst abgeschafft, weil sie ihn immer weniger nutzen und schon längst auf unsere digitalen Angebote zugreifen. Entsprechend sagen wir jetzt ‚tschüss‘.“

Plattform für Marken und Lieferanten

Allerdings hat auch Otto mit den Jahren zunehmend sein Internet-Geschäft intensiviert und sich nun zu einem reinen Online-Händler gewandelt. Momentan gilt der eigene digitale Shop als der zweitgrößte in Deutschland. Rund sieben Millionen Kunden kaufen hier aktiv ein, mehr als die Hälfte davon über mobile Geräte wie Smartphone und Tablet. Wer den Online-Shop von Otto besucht, kann zwischen drei Millionen Produkten auswählen. Dabei sind knapp 6.800 Marken vertreten. Diese haben für Ottos neue Strategie eine immer größere Bedeutung. Anstatt eigene Produkte zu verkaufen, will der Hamburger Konzern lieber als Plattform agieren, die Brands und Lieferanten für den Online-Handel nutzen können.

Digitalisierung als Chance

Otto blickt positiv in die Zukunft und sieht auch keinen Grund, über das Ende des Katalogs trauern zu müssen: „In Deutschland reden wir von der Digitalisierung oft so, als wäre diese etwas Störendes“, sagt Opelt. „Wir bei Otto meinen dagegen: Sie ist das Beste, was uns passieren konnte, und eine riesige Chance für die Wirtschaft. Wir sind als reiner Online-Händler erfolgreicher als wir es zu Zeiten des Hauptkatalogs je hätten sein können.“

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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