Alibaba entwickelt autonom fahrende Paketboxen

Die Zustellung auf der letzten Meile wird immer wichtiger. In China entwickeln große Online-Händler bereits jetzt die entsprechenden Technologien. So auch der Internetriese Alibaba, der zusammen mit seiner Tochter Cainiao in den nächsten drei Jahren mehr als 100.000 autonom fahrende Paketboxen auf die Straße bringen möchte.

Alibaba entwickelt autonom fahrende Paketboxen

Alibaba entwickelt autonom fahrende Paketboxen
©Alibaba, RoboSense, Cainiao 2018

Die großen Online-Händler treiben schon seit geraumer Zeit ihr Logistikgeschäft voran. Vor wenigen Tagen wurde zum Beispiel bekannt, dass Amazon um die Hundert eigener kleiner Zustelldienste aufbauen möchte. In China setzt man hingegen verstärkt auf moderne Technologien. Sowohl JD.com als auch Alibaba liefern mittlerweile Pakete mit Drohnen. Der Online-Riese aus Hangzhou geht nun aber einen Schritt weiter: Gemeinsam mit seiner Logistiktochter Cainiao und dem LiDAR-Spezialisten RoboSense entwickelt er autonom fahrende Paketboxen für die letzte Meile, wie das Portal eurotransport.de berichtet.

100.000 G-Plus-Paketboxen in drei Jahren

Das Projekt ist Teil einer größeren Investitionsinitiative, die Alibaba-Chef Jack Ma eingleitet hat. Nach dessen Aussagen sollen im nächsten Jahr über 13 Milliarden Euro in die Logistik fließen. Dabei sei es geplant, die rollenden Paketstationen in einer Massenproduktion herzustellen. Sie heißen G Plus und haben eine Funktion, die Zhang Chunhui folgendermaßen erkärt: „Nachdem ein Paket in das Netzwerk gelangt ist, wird künstliche Intelligenz automatisch Routen verteilen, und unbemannte Fahrzeuge werden die Lieferungen weiterleiten“, zitiert eurotransport.de den Leiter des Cainiao-Logistiklabor-Netzwerks. Ihm zufolge würden in den nächsten drei Jahren um die 100.000 G-Plus-Paketboxen auf den Straßen für die Zustellung auf der letzten Meile sorgen.

G Plus erkennt andere Verkehrsteilnehmer und deren Geschwindigkeit

Damit die kleinen Fahrzeuge sicher durch die Straßen und genau zum Ziel kommen, hat RoboSense sie mit drei LiDAR-Sensoren (LightDetectionAndRanging) ausgestattet. Zwei von ihnen befinden sich am vorderen Teil der Paketbox, ein weiterer hinten. Sie ermöglichen eine exzellente 3D-Wahrnehmung der Fahrumgebung. Zudem sorgt eine optische Abstands- und Geschwindigkeitsmessung dafür, dass die G-PLus-Stationen die Fahrtrichtung anderer Verkehrsteilnehmer sowie deren Entfernung und Geschwindigkeit erkennen. Sie sind sogar in der Lage zu identifizieren, ob es sich um einen Fahrradfahrer, ein Auto oder um ein Motorrad handelt.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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Kategorien: Andere Unternehmen, Logistik, Versender

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