Hema: Alibabas smartes Supermarktkonzept mit bereits 45 Läden

Smarte Supermärkte gibt es nicht nur in Seattle. Auch Alibaba hat ein kassenloses Konzept entwickelt und betreibt die entsprechenden Shops schon seit knapp zwei Jahren. Allerdings kommen diese nicht ohne Mitarbeiter aus. Und auch die Kunden müssen etwas mehr arbeiten. Allerdings können sie zwischen mehreren Einkaufmöglichkeiten entscheiden.

Mit Amazon Go hat der Internet-Riese aus Seattle ein neues Supermarktkonzept entwickelt. Sein chinesischer Rivale Alibaba will auf ähnliche Art und Weise seine Innovationskraft beweisen. Bloß nachahmen will er seinen Konkurrenten nicht. Deswegen feilt Alibaba schon seit zwei Jahren an einem besonderen Einzelhandelsformat, das mehr leisten soll, als bloß die Kassen abzuschaffen. Und dieses heißt «Hema». Dabei handelt es sich um einen Store mit großem Sortiment, wobei der Schwerpunkt auf Fischen liegt. Diese können die Kunden noch lebend in den Einkaufskorb legen oder ihn vor Ort braten lassen. Wer will, darf den Fisch gleich im Supermarkt essen.

Hema: Alibabas smartes Supermarktkonzept

Hema: Alibabas smartes Supermarktkonzept
©Alibaba Group 2018

Mit dem Smartphone einkaufen

Ansonsten ähnelt das Konzept den mittlerweile gängigen Modellen kassenloser Stores, wie sie zum Beispiel Saturn in Österreich getestet hat. Die Besucher brauchen die Produkte lediglich mit dem Smartphone zu scannen, das auch am Checkout-Terminal zum Einsatz kommt, wo der Bezahlvorgang stattfindet. Dafür brauchen die Kunden eine Alipay-App. Damit es nicht zum Missbrauch kommt, hat Alibaba ein Autorisierung per Gesichtserkennung als Zwischenschritt eingebaut. Wer das nächste Mal «Hema» betritt, erhält anhand seiner Kaufhistorie auf dem Smartphone die entsprechenden Angebote angezeigt, die beim Rundgang durch die Regale inspirieren sollen.

Online bestellen, im Supermarkt abholen

Neben dieser Einkaufmöglichkeit bietet Alibaba an, die Produkte online zu ordern und sie später in dem Supermarkt abzuholen. Dafür sind mehrere Stationen eingerichtet, die Mitarbeiter ständig beliefern, indem sie die bestellten Produkte in Tragetaschen legen und diese dann über ein Seilsystem über den Köpfen der Kunden absenden. Alternativ dazu lassen sich die Waren auch nach Hause bringen lassen. Um diesen Service nutzen zu können, dürfen die Kunden von «Hema» nicht weiter als drei Kilometer entfernt wohnen. Wer diese Bedingung erfüllt, bekommt seine Online-Bestellung innerhalb einer halben Stunde.

Unterschied zu Amazon Go

Von Amazon Go unterscheidet sich «Hema» dadurch, dass zum einen die Kunden hier mehr selber arbeiten müssen und dass zum anderen mehr Mitarbeiter benötigt werden. Dennoch scheint das Konzept bei den chinesischen Verbrauchern gut anzukommen. Der erste «Hema»-Laden eröffnete 2016. Ein Jahr später zählte man in China schon 22 Märkte. In den ersten vier Monaten 2018 kamen 23 weitere hinzu.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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