Gefährliche Kosmetika: dm, Rossmann und Douglas fordern von Amazon und eBay mehr Verantwortung

Auf den großen Online-Marktplätzen tummeln sich viele unseriöse Anbieter. Das hat die jüngste Studie zu Kosmetik-Produkten ein weiteres Mal deutlich gemacht. Nun reagieren die drei großen Drogerieketten dm, Rossmann und Douglas, die sich gegenüber den dubiosen Händlern im Wettbewerbsnachteil sehen.

Vor wenigen Tagen sorgte eine Untersuchung für Furore. Untersucht wurden Kosmetika, die fragwürdige Online-Händler auf dem Amazon Marketplace vertreiben. Die meisten getesteten Produkte erwiesen sich als mangelhaft und sind den Studien-Initiatoren zufolge sogar gesundheitsgefährdend. Nun reagieren die großen Drogerieketten dm, Rossmann und Douglas. Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, fordern diese von Amazon und eBay, die verkauften Artikel stärker zu kontrollieren.

Gefährliche Kosmetika: dm, Rossmann und Douglas fordern von Amazon und eBay mehr Verantwortung

Gefährliche Kosmetika: dm, Rossmann und Douglas fordern von Amazon und eBay mehr Verantwortung
©2018 pixabay.com/Alexas_Fotos (Creative Commons CC0)

Drogerieketten wenden sich an Behörden

Diese drei großen Einzelhändler schrieben sogar gemeinsame Briefe an die Bundesministerien für Verbraucherschutz und Ernährung sowie das Bundeskanzleramt, in denen sie auf die Gefahren der dubiosen Produkte aufmerksam machen. Aus den Schreiben soll hervorgehen, dass die Verkäufer größtenteils aus außereuropäischen Ländern stammen. Ihnen gegenüber sehen sich die drei Drogerieketten im Wettbewerbsnachteil, da die Anbieter der gefährlichen Produkte gegen die EU-Regeln verstießen und Online-Marktplätze wie Amazon und eBay keine Verantwortung übernähmen. Es erscheine „befremdlich, dass zum Schutze der Verbraucher im stationären Handel selbstverständlich auch das kleinste Geschäft mit aller notwendigen Strenge kontrolliert wird, während es Schwergewichten des Online-Handels ohne weiteres möglich ist, frei von jeder staatlichen Aufsicht zu handeln“, zitiert die DPA aus dem Brief.

Amazon meldet sich zu Wort

Nachdem die Studien-Ergebnisse bekannt geworden waren, blieb Amazon wortkarg. Das Unternehmen habe die entsprechenden Produkte von der eigenen Plattform genommen, hieß es lediglich. Jetzt gab der Online-Riese ein längeres Statement ab. Die Deutsche Presseagentur gibt den folgenden Wortlaut wieder: „Die Sicherheit der Kunden hat oberste Priorität, und wir möchten, dass Kunden jederzeit mit Vertrauen bei Amazon einkaufen. Alle Amazon-Marketplace-Verkäufer müssen sich an unsere lokalen Verkaufsbedingungen halten. Erlangen wir Kenntnis über einen Verstoß, ergreifen wir entsprechende Maßnahmen, die die Schließung des Verkäufer-Kontos beinhalten können. Wir überprüfen die auf unserer Website gelisteten Produkte mit Blick auf Sicherheitsbedenken und sofern notwendig, entfernen wir ein Produkt und wenden uns an Verkäufer, Hersteller und Behörden, um mit Hilfe zusätzlicher Informationen eventuelle weitere Maßnahmen zu ergreifen. Wenn Kunden Bedenken bezüglich der von ihnen gekauften Artikel haben, empfehlen wir ihnen, sich direkt an unseren Kundendienst zu wenden und Informationen bereitzustellen, damit wir nachforschen und entsprechende Schritte einleiten können. Die Untersuchung der fraglichen Produkte läuft noch weiter und wir werden die notwendigen Maßnahmen ergreifen.“

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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