Warentest: Viele Online-Kosmetika auf Amazon Marketplace sind mangelhaft

Das Online-Angebot an Kosmetika wächst stetig. Die Nachfrage intensiviert sich. Doch nicht jedem Händler ist zu trauen, wie eine neue Stichprobe von Produkten ergibt, die auf dem Amazon Marketplace verkauft werden. Manche sind sogar gesundheitsgefährdend.

Die deutschen Verbraucher kaufen mittlerweile Produkte aus nahezu allen Kategorien im Netz, nicht nur Bekleidung und Elektronik-Ware, sondern auch Kosmetika. Cremes, Gesichtsmasken, Haarpflegeprodukte: Das Geschäft im Internet blüht. Die meisten Anbieter, darunter auch unabhängige Verkäufer, nutzen Amazon als Vertriebskanal. Doch nun weist Spiegel Online darauf hin, dass viele dieser Händler Ware anbieten, die nicht den geltenden EU-Verordnungen entspricht.

Warentest: Viele Online-Kosmetika auf Amazon Marketplace sind mangelhaft

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pixabay.com ©Alexas_Fotos (Creative Commons CC0)

Lediglich zwei Artikel bestehen den Test

Das Nachrichtenportal stützt sich auf eine Stichprobe, bei der insgesamt 24 Kosmetikprodukte aus dem Angebot von Amazon Marketplace untersucht wurden. Dabei handelt es sich ausschließlich um Topseller-Produkte, Fettverbrennungscremes, Brustvergrößerungsöle oder schwarze Gesichtsmasken. Das Ergebnis fällt teilweise erschreckend aus. Es beginnt damit, dass die meisten dieser Artikel nicht im stationären Handel erhältlich sind, wie Spiegel Online berichtet. Das ist kaum verwunderlich, bedenkt man, dass bei den 24 getesteten Produkten insgesamt 93 Einzelverstöße gegen die EU-Kosmetikverordnung festgestellt wurden. Die Untersuchung bezog sich vor allem auf die Inhaltsstoffe. Zudem untersuchten die Studien-Initiatoren, ob die Händler alle nötigen Deklarationspflichten befolgen. Den Test bestanden haben nur zwei Artikel. Laut Spiegel Online sind sie in Deutschland als „verkehrsfähig“ einzuordnen.

Pathogene Keime in einem Mittel gegen Haarausfall

Doch es kommt noch schlimmer: Manche Produkte haben sich sogar als besorgniserregend herausgestellt, ein Mittel gegen Haarausfall zum Beispiel, das mit pathogenen Keimen belastet ist. Das durchführende Labor stellte so hohe Werte fest, dass es daraufhin sowohl die zuständigen Behörden als auch Amazon benachrichtigen und auf die Gefahr hinweisen musste, die von diesem Produkt ausgeht. Spiegel Online zufolge habe der digitale Marktplatz darauf reagiert und den Artikel von der eigenen Seite entfernt. „Die Sicherheit der Kunden hat oberste Priorität, wir möchten, dass unsere Kunden jederzeit mit Vertrauen bei Amazon einkaufen“, zitiert Spiegel Online den Internet-Riesen.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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Kategorien: Amazon, Onlinehandel allgemein

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