Walmart schränkt die Zahl der Drittanbieter auf eigenem Portal ein

Walmart hat sich das Ziel gesetzt, Amazon im Online-Geschäft Paroli zu bieten. Damit diese alles andere als einfache Aufgabe gelingt, startete die Einzelhandelskette ein eigenes Portal, auf dem Drittanbieter ihre Produkte anbieten können. Seit Ende vergangenen Jahres ist jedoch ein Rückgang festzustellen. Das könnte mit dem schlechten Ergebnis im letzten Quartal zusammenhängen.

Wer in der Champions League des E-Commerce spielt, kann es sich leisten, wählerisch zu sein. Diesem Prinzip folgt nun auch der Einzelhandelsriese Walmart. Dieser hat 2009 ein eigenes Portal gelauncht, das wie ein Online-Marktplatz à la Amazon funktionieren sollte. Seitdem dürfen Drittanbieter ihre Waren über Walmarts Webseite vertreiben. Bislang war der Einzelhändler großzügig und ließ relativ viele Händler gewähren. Doch nun scheint er den Zugang limitiert zu haben. Im Vergleich zum Vorjahr sind momentan deutlich weniger Verkäufer auf dem Portal aktiv. Laut Datentracker Marketplace Pulse lässt sich deren Zahl derzeit auf rund 18.000 beziffern.

Walmart schränkt die Zahl der Drittanbieter auf eigenem Portal ein

Walmart schränkt die Zahl der Drittanbieter auf eigenem Portal ein
Basis pixabay.com ©PublicDomainPictures (Creative Commons CC0)

Walmart steht unter Druck

Der Rückgang geht mit der schwachen E-Commerce-Leistung im letzten Quartal einher. Walmart erlebt gerade eine schwierige Zeit, zumal sich auch noch dessen Aktionäre skeptisch zeigen. Wie der Einzelhandelsriese sein Geld nutzt, stößt bei ihnen auf Bedenken. Für Kopfschütteln sorgt zum Beispiel die Ausweitung der Lebensmittel-Lieferung an 100 Märkte, in die der Konzern investierte. Kürzlich machte ein ehemaliger Marktplatz-Manager Schlagzeilen damit, dass er Walmarts Vorgehen im E-Commerce-Geschäft als übermäßig aggressiv bezeichnete. Der Einzelhändler versuche mit allen Mitteln, sein Wachstum anzukurbeln. Das wirkt sich auch auf den Umgang mit Drittanbietern aus. „Seit November scheinen sie die Anzahl der Verkäufer, die sie akzeptieren, reduziert zu haben“, sagt Juozas Kazikenas, Gründer von Marketplace Pulse. „Die meisten US-Marktplätze fügen täglich Tausende von Verkäufern hinzu, und Walmart tut das Gegenteil, indem er versucht, es zu managen.“

Das Online-Sortiment wächst

Es ist noch immer unklar, wie viel die Drittanbieter zu Walmarts E-Commerce-Umsatz beitragen. Dieser lag im vergangenen Jahr bei 11,5 Milliarden US-Dollar. 2018 soll eine weitere Steigerung folgen. Der Konzern rechnet mit einem Ergebnis von 16 Milliarden US-Dollar. Und auch wenn die Zahl der Drittanbieter zurückgeht, das Sortiment der online verfügbaren Produkte gewinnt weiter an Umfang. Im letzten Jahr wuchs es auf 75 Millionen Waren an. „Wir konzentrieren uns darauf, den Bestsellern die besten Artikel hinzuzufügen, die unsere Kunden wünschen“, sagt Ravi Jariwala, ein Sprecher von Walmart. „In jedem Monat kann die Anzahl der neuen Marketplace-Verkäufer, die unserer Plattform hinzugefügt werden, schwanken, da wir ständig neue Artikel hinzufügen und den Kunden eine wachsende Auswahl anbieten.“

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Eugen (Redakteur)

Eugen Zentner ist freier Redakteur, dpa-infocom.

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