Reaktion auf Amazon Go: Instacart meldet Patent für einen Concierge-Service an

Der US-Lieferdienst arbeitet daran, den Lebensmittelkauf zu vereinfachen. Erst kürzlich hat er ein Patent angemeldet, das Kunden vor dem Anstellen an der Supermarktkasse bewahren soll. Die Initiative stellt eine Reaktion auf Amazon Go und somit einen Versuch dar, den Einkauf bei traditionellen Lebensmittelhändlern attraktiver zu machen.

Durch die Zusammenarbeit mit Aldi ist die öffentliche Wahrnehmung des US-amerikanischen Lieferdienstes «Instacart» auch in Deutschland gestiegen. Zu Hause in den Vereinigten Staaten übernimmt das Unternehmen schon länger den Einkauf für die Verbraucher und sorgt dafür, dass die Online-Bestellungen sicher bei ihnen ankommen. Allerdings gehen die Ambitionen des Dienstleisters über diesen Service hinaus, wie die Anmeldung eines Patents belegt. Instacart ließ kürzlich ein System sichern, mit dem Kunden andere Kunden mit einem Einkauf beauftragen können, die sich bereits in einem stationären Geschäft befinden. Dadurch wird den Auftraggebern das Anstellen an der Kasse erspart.

Concierge-Service per App

Hinter diesem System befindet sich die Idee, Zustellungen schneller zu machen. Im Mittelpunkt steht ein Online-Concierge-Service, der auf einer mobilen App basiert. Er eignet sich insbesondere für Verbraucher mit wenig Zeit. Wer nicht mit regulären Kunden eines Geschäfts in der Schlange stehen möchte, gibt einfach einen Auftrag an einen Concierge-Einkäufer. So stellt es sich zumindest Instacart vor: „Das System übermittelt die Bestellung an einen Käufer, der auf einem mobilen Gerät einen Auftrag zur Erfüllung erhält“, heißt es. „Der Käufer sammelt und scannt Artikel mithilfe einer mobilen Anwendung. Die mobile Anwendung übermittelt dem Online-Shopping-Concierge-Service, der die Zahlung an den Händler überträgt, eine Identifikation der zu kaufenden Artikel und deren Gesamtkosten. Alternativ codiert die mobile Anwendung eine Identifikation der zu kaufenden Gegenstände in ein kodiertes Bild, das von einem Kassierer gescannt wird, wodurch der Käufer einen beschleunigten Vorgang durchführen kann.“

Unterstützung traditioneller Lebensmittelhändler

Istacarts Patentanmeldung bedeutet nicht unbedingt, dass das Produkt tatsächlich auf den Markt kommt. Allerdings gibt die Initiative einen Einblick in die Zukunftspläne des Dienstleisters, der damit auf Amazons Einführung des Go-Shops reagiert. Seit der smarte Supermarkt des Internet-Riesen regulär den Betrieb aufgenommen hat, zeigen sich viele Lebensmittelhändler besorgt. Sie befürchten, Amazon könnte ihnen mit seiner gut entwickelten Logistik-Infrastruktur die Marktanteile nehmen. Instacarts Patent stellt daher einen Versuch dar, die traditionellen Lebensmittelhändler zu retten und Services zu entwickeln, die den Einkauf bei ihnen vereinfachen. Wer sich nicht an der Kasse anstellen möchte, braucht nicht unbedingt in einen Amazon-Go-Laden zu gehen. So lautet Istacarts Message an die Verbraucher.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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Kategorien: E-Food, Logistik, Versender

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