Die Welt des Handels braucht Helden des Wandels

Eine Stunde von München entfernt haben drei junge Männer vor gut fünf Jahren ein spannendes Start-up gegründet. Moritz, Andreas und Benedikt hatten die Idee, handgefertigte Holzdekoration und Einrichtungsgegenstände aus heimischen Hölzern zu produzieren, die sie auf umliegenden Weihnachtsmärkten in Bergen, Raitenhaslach und Kloster Seeon verkaufen wollten. Mit ihrem Unternehmen Woods – Holzdekoration & mehr haben sie ein Einkaufserlebnis geschaffen, das die Kunden angenommen haben – das aber zeitlich und örtlich enge Grenzen setzte.

Daher ergänzten die drei Freunde den Vertriebskanal „Weihnachtsmärkte“ durch eine Online-Strategie, mit der sie Holzdekoration, Schlüsselbretter und Holzgarderoben mittlerweile bis nach Dubai und in die USA verkaufen. Nicht nur an Weihnachtsmarkt-Besucher in der Heimat, sondern das ganze Jahr über an eine globale Kundschaft.

Die Welt des Handels braucht Helden des Wandels

Die Welt des Handels braucht Helden des Wandels
Ralf Kleber, Country Manager Amazon.de
©Amazon 2018

Die Erfolgsgeschichte der drei Freunde aus dem Chiemgau ist nicht eine die Regel bestätigende Ausnahme. Wer sich umschaut, findet überall in Deutschland erfolgreiche Beispiele von Händlern, die ihren stationären Einzelhandel durch einen erfolgreichen E-Commerce-Ansatz ergänzen. Das zeigt auch ein Blick auf die rund 75.000 Jobs, die durch zehntausende Marketplace-Verkäufer auf Amazon entstanden sind. Viele von ihnen kombinieren erfolgreich Online- und Offline-Handel und erzielten im letzten Jahr neben dem heimischen Verkauf mehr als 2,1 Milliarden Euro Exportumsätze.

Laut dem Handelsverband Deutschland (HDE) entfielen 2016 im Onlinehandel fast zwei Drittel des Umsatzes auf Multi-Channel-Händler. Mehr als die Hälfte wurde von Unternehmen erzielt, die schwerpunktmäßig stationären Handel betreiben und häufig mit einem breiten Filialnetz präsent sind.

Ich bin überzeugt: Kunden wollen Optionen statt Entweder-oder. Wir sollten uns nicht zu sehr auf die Kanäle konzentrieren – sonst verlieren wir die Kunden aus dem Auge. Unternehmer sollten stattdessen herausfinden, was ihre Kunden wirklich wollen und ihr Angebot konsequent danach ausrichten. Das kann bedeuten, ein bestehendes Online-Angebot zu ergänzen – ein Weg, den Amazon in den USA mit dem kassenlosen Supermarkt Amazon Go, den stationären Amazon Books Läden oder der Akquisition von Whole Foods geht. Für den stationären Handel könnte das wiederum heißen, sich stärker darauf zu konzentrieren, außergewöhnliche Einkaufserlebnisse zu schaffen. Oder es kann um einen nahtlosen Übergang von Offline- und Online-Angeboten gehen, um global neue Zielgruppen zu erreichen.

Die Welt des Handels braucht Helden des Wandels, Unternehmer, die sich konsequent an den Bedürfnissen ihrer Kunden orientieren und ein entsprechendes Angebot an den Start bringen. Sie werden die Erfolgreichen der Zukunft sein.

Im August 1999 startete Ralf Kleber als Finance Controller bei Amazon.de. Im Mai 2000 wurde er zum Director of Finance and Administration ernannt und war in dieser Funktion für die Bereiche Controlling, Buchhaltung, Finanz- und Geschäftsanalysen sowie für die Administration des Unternehmens verantwortlich. Im Februar 2002 wurde er zum Geschäftsführer von Amazon Deutschland.
Zuvor war Kleber von 1991 bis 1999 als Controller für die Escada AG tätig, davor arbeitete er zwei Jahre für die RENO Versandhandel GmbH, einer Tochtergesellschaft der Kaufhof AG.



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