PayPal nimmt in den USA „Pay after Delivery“ aus seinem Angebot – Update

Der Kauf per Rechnung ist ein Relikt aus alten Zeiten des traditionellen Handels. In Deutschland hält sich die Zahlungsmethode noch immer wacker und besetzt den Spitzenplatz unter den Payment-Optionen. Andernorts scheinen ihre Tage jedoch gezählt zu sein. In technisch fortgeschrittenen Ländern greifen die Verbraucher ohnehin eher zum Smartphone oder sogar zu biometrischen Lösungen, um ihre Waren zu bezahlen. Darauf reagieren sowohl Händler als auch Payment-Anbieter, allen voran der Platzhirsch PayPal. Der Konzern hat angekündigt, dass er am 19. April das „Pay after Delivery“ aus seinem Sortiment nehmen werde. Diese Änderung ist bereits in die allgemeinen Geschäftsbedingungen eingegangen.

PayPal nimmt in den USA "Pay after Delivery" aus seinem Angebot

PayPal nimmt in den USA „Pay after Delivery“ aus seinem Angebot
Bild Basis pixabay.com ©Comfreak (Creative Commons CC0)

Feste Gebühr für Überweisungen ins Ausland

Noch beschränkt sich die Löschung des „Pay after Delivery“ auf die USA, doch schon bald könnte auch Deutschland betroffen sein. Im Heimatland sollen aber schon bald weitere Änderungen folgen. PayPal-Nutzer müssen sich wohl darauf einstellen, dass sie künftig einen festen Betrag zahlen müssen, wenn sie Geld an Freunde oder Familienmitglieder außerhalb der Vereinigten Staaten überweisen. Zuvor sah es noch ganz danach aus, als wollte der Payment-Anbieter diese Gebühren variabel gestalten. Doch nun ist die Rede von festen Beträgen, die sich je nach Empfängerland auf 2,99 bzw. 4,99 US-Dollar pro Überweisung belaufen.

Änderungen für die Händler

Auf Änderungen müssen sich auch die Händler einstellen. Um unter PayPals «Seller Protection Program» zu fallen, sind für sie ganz bestimmte Bedingungen zu erfüllen. Diese hat der Payment-Anbieter ebenfalls angepasst. Ein wichtiger Punkt dabei ist: Die Händler profitieren künftig nur dann von dem «Seller Protection Program», wenn die Shopper beim Kaufabschluss auch in ihrem jeweiligen PayPal-Account angemeldet sind. Das stellt vor allem ein Problem für Anbieter dar, die ihre Waren über Ebay verkaufen. Denn die dortigen Kunden haben ihr Marktplatz-Konto mit dem Account von PayPal verbunden und müssen sich hier daher nicht vorher einloggen, um den Bezahlvorgang abzuschließen.

Update/Korrektur:

PayPal hat uns darauf hingewiesen, dass wir in unserem Artikel fälschlicherweise darüber berichten, dass PayPal die Option „Kauf per Rechnung“ aus seinem Angebot nehmen würde. Dies ist leider nicht ganz richtig, es handelt sich um die Option „Pay after Delivery“. Das Bezahlen mit dieser Option funktioniert für US-amerikanische PayPal-Kunden wie folgt: Sie zahlen wie üblich mit PayPal, wählen allerdings anstelle einer Zahlungsquelle (Bankkonto oder Kreditkarte), die sofort mit dem Betrag belastet wird, die Option „Pay after Delivery“. Der Händler erhält dabei die übliche sofortige Bestätigung über die erfolgte Zahlung, PayPal zieht den Betrag allerdings erst 10 Tage von Ihrem Bankkonto ein. Es handelt sich also nicht um einen klassischen Rechnungskauf mit einer vom Käufer initiierten Banküberweisung, sondern vielmehr um eine PayPal-Zahlung, bei der PayPal erst nach 10 Tagen den Betrag einzieht.

PayPal hat auch bestätigt, dass die Einstellung von „Pay After Delivery“ nur die USA betrifft.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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