E-Food: Bringmeister kommt mit den Online-Bestellungen nicht hinterher

 

Noch immer kaufen die meisten Verbraucher ihre Lebensmittel in stationären Geschäften. Gleichwohl ist eine Veränderung sichtbar, am deutlichsten derzeit in Berlin. Dort bringt eine hohe Nachfrage den Lebensmittel-Lieferdienst Bringmeister an seine Grenzen, weshalb viele Bestellungen verspätet ankommen. Mit ähnlichen Problemen kämpft einer seiner Konkurrenten.

Lebensmittel-Lieferdienste sorgen derzeit im E-Commerce für Furore. Allerdings gibt es auch nicht wenige Kritiker, die das Auftragsvolumen als zu gering ansehen. Dass das aber nicht stimmt, beweist die gegenwärtige Situation in Berlin. Dort haben Kunden Schwierigkeiten, einen freien Lieferzeitraum zu finden, weil die Dienstleister mit den Bestellungen nicht hinterherkommen. Betroffen ist vor allem «Bringmeister». Der Edeka-Lieferdienst muss die Kunden auf mehrere Tage später vertrösten und arbeitet mit Hochdruck daran, weitere Kapazitäten bereit zu stellen. Dementsprechend wenige Lieferfenster kann er den Besuchern anbieten, wenn diese im Online-Shop ordern wollen.

E-Food: Bringmeister kommt mit den Online-Bestellungen nicht hinterher

E-Food: Bringmeister kommt mit den Online-Bestellungen nicht hinterher

System mehrmals abgestürzt

Die Nachfrage ist in diesen Tagen so hoch, dass das System des Start-ups mehrmals abgestürzt ist. Deshalb kommen die Lebensmittel gelegentlich verspätet. Davon berichten Kunden genauso wie von ausgebliebenen Lieferungen. Dennoch will Edeka an der Kooperation mit Bringmeister festhalten. Um die Probleme zu lösen, bemüht sich die Supermarktkette darum, „grundlegende Optimierungen in der IT und Logistik“ durchzuführen. Mit ähnlichen Unannehmlichkeiten kämpft derzeit der Konkurrent Rewe. Auch er berichtet von langen Wartezeiten in Berlin, die bei Bestellungen im Online-Shop entstehen.

Ein gutes Zeichen

Dass die Lebensmittel-Lieferdienste überfordert sind, lässt sich durchaus als gutes Zeichen werten. Denn der Anteil von Online-Bestellungen am Lebensmittelmarkt belief sich bislang auf lediglich ein Prozent. Doch nun scheint das E-Food-Segment in Bewegung zu kommen. Experten erwarten sogar einen deutlichen Anstieg in den nächsten Jahren. Darauf weist auch eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Kantar TNS hin, die der Bundesverband Digitale Wirtschaft in Auftrag gab. Der Studie zufolge hat knapp ein Drittel der Deutschen schon einmal Lebensmittel im Internet bestellt. Diese Verbraucher würden es in Zukunft wieder tun. Ein weiteres Drittel steht Online-Bestellungen offen gegenüber. 25 Prozent können hingegen mit dem digitalen Lebensmittel überhaupt nichts anfangen.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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Kategorien: E-Food & Supermarkt

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