E-Commerce in Indien: Online-Marktplatz Flipkart baut riesigen Logistik-Park in der Nähe von Bangalore

Flipkart ist in Indien das, was Alibaba in China darstellt: ein Online-Händler der Superlative. Im eigenen Land muss der Internet-Gigant aber mit den umtriebigen internationalen E-Commerce-Konzernen konkurrieren und darauf achten, dass er seinen Heimvorteil nicht verliert. Deswegen investiert das Unternehmen momentan riesige Summen in die Logistik-Infrastruktur. In den nächsten Monaten soll nahe Bangalore die größte Einrichtung des Landes entstehen.

Indiens E-Commerce-Markt birgt riesiges Potential, weshalb große Player wie Amazon und Alibaba dort seit Jahren ihre Aktivitäten ausbauen. Allerdings müssen sie auf dem Subkontinent mit dem einheimischen Online-Händler Flipkart konkurrieren, der sich von den Giganten aus dem Ausland nicht die Butter vom Brot nehmen lassen will. Deswegen investiert auch er beträchtliche Summen in die Expansion. Als ambitioniertes Projekt gilt derzeit der Bau eines integrierten Logistikparks, der am Rande von Bangalore entsteht. Damit strebt Flipkart die größte Einrichtung des Landes mit mehreren massiven Lagerhallen an.

Schnellere Zustellung und niedrigere Logistik-Kosten

Der geplante Park hat für Flipkarts Logistik-Infrastruktur eine enorme Bedeutung. Er soll nicht nur die Lagerhäuser um Bangalore herum zusammenführen, sondern auch zur Drehscheibe für die vier südlichen Bundesstaaten Karnataka, Tamil Nadu, Kerala und Andhra Pradesh werden. „Das wird die größte Investition von Flipkart für die nächsten fünf bis zehn Jahre“, sagte Amitesh Jha, Vizepräsident und Leiter des Logistikbereichs. „Der Investitionsaufwand wird sich auf Hunderte von Millionen Dollar belaufen.“ Mit dem Park will Flipkart nicht nur eine schnellere Zustellung von Online-Bestellungen ermöglichen, sondern auch die Logistikkosten senken. Um dieses Ziel zu erreichen, bemüht sich der indische Konzern mehrere Branchen-Akteure zusammenzubringen.

1,5 Millionen Quadratmeter Lagerfläche

Der Logistikpark mit insgesamt 1,5 Millionen Quadratmeter Lagerfläche soll in den nächsten Monaten fertiggestellt werden. Bis zum Jahr 2020 will Flipkart hier 5.000 Menschen beschäftigen. „Die Idee war, genug Land zu erwerben, um uns für die nächsten zehn bis 15 Jahre zu versorgen“, so Jha. „Wir werden dort weiterhin Fulfillment-Center in einer integrierten Art und Weise aufbauen, da wir immer zusätzliche Nachfragen bekommen. Das wird auch dazu beitragen, das dortige Logistik-Ökosystem zu entwickeln, das uns helfen wird, LKWs auf Abruf zu beschaffen oder zusätzliche Arbeitskräfte spontan einzustellen.“ Neben Lagerhallen wird der Logistik-Park genauso große Sortierzentren enthalten. Hier wie dort soll moderne Technologie die Arbeit erleichtern, weshalb Flipkart mit entsprechenden Partnern an einer Lösung arbeitet.

Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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Kategorien: Alibaba, Etsy & Co., Logistik & Versender

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