Zalando als lokaler Online-Marktplatz: Auch stationäre Mode-Händler dürfen sich an das Portal andocken

Nicht jeder stationäre Händler verfügt über Ressourcen, die nötig sind, um die eigenen Waren im Internet zu verkaufen. Deswegen haben sich in den letzten Jahren mehrere regionale Online-Marktplätze etabliert. Ähnlich geht der Fashion-Gigant Zalando vor: Er bietet Schuhgeschäften die Möglichkeit, Produkte über das eigene Portal zu vertreiben. Nun haben die Berliner dieses Kooperationsprogramm ausgeweitet.

Zalandos Ambitionen sind lange bekannt: Der Modehändler will in der eigenen Branche zu einer Art Betriebssystem avancieren. Die ersten Weichen hat er vor eineinhalb Jahren mit der Multichannel-Kooperation 2.0 gelegt. Wie lokale Online-Marktplätze bietet Zalando seitdem stationären Schuhgeschäften aus der jeweiligen Region die Möglichkeit, deren Produkte über das eigene Portal zu verkaufen. Das erfolgt mithilfe der Technik eines Spezialisten: der gaxsys GmbH. Diese sorgt für eine entsprechende Händler-Integration in den Shop des Mode-Giganten, so dass die angeschlossenen Schuhgeschäfte Bestellungen der Zalando-Kunden annehmen können, wenn sich die georderte Ware in ihren Lagern befindet. Nun hat der Branchen-Primus aus Berlin seine Multichannel-Kooperation ausgeweitet. Ab sofort dürfen sich nicht nur Schuhgeschäfte, sondern alle stationären Mode-Händler an den Zalando-Shop andocken.

Zalando als lokaler Online-Marktplatz: Auch stationäre Mode-Händler dürfen sich an das Portal andocken

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So funktioniert die Kooperation

Die Funktionsweise der Kooparation ist recht einfach. Sobald Zalando-Kunden ein entsprechendes Produkt ordern, leitet der Mode-Händler die Bestellung über das gax-System an seine stationären Partner weiter. Wer von ihnen das Produkt auf Lager hat, kann den Auftrag annehmen. Dafür stehen den Händlern drei Stunden zur Verfügung. Allerdings erhält derjenige den Zuschlag, der sich als erster meldet. Daraufhin braucht dieser Anbieter die Ware nur noch in einen Zalando-Karton zu packen und diesen samt Rechnung an den Kunden zu schicken. Sollte der Kunde die Artikel zurücksenden, gehen diese wieder direkt an den lokalen Händler, dessen Adresse sich auf dem Retourenschein befindet. Falls sich einmal kein Partner für einen Auftrag meldet, übernimmt ihn Zalando selbst.

Vorteile für Zalando und die stationären Händler

Die Kooperation verschafft Vorteile sowohl für Zalando als auch für die stationären Händler. Der Berliner Mode-Riese profitiert davon, dass er sein Sortiment um die Produkte der lokalen Verkäufer erweitern kann. Engpässe können auf diese Weise vermieden werden. Darüber hinaus erweckt der Fashion-Konzern dadurch bei seinen Kunden den Eindruck, stets alles auf Vorrat zu haben. Diese gehen nämlich davon aus, dass die Ware, da sie im Zalando-Karton eintrifft, auch aus dem Zalando-Zentrallager stammt. Das trägt zu einem positiveren Image bei. Die stationären Partnerhändler haben hingegen die Möglichkeit, ihre Produkte im Internet zu vertreiben, ohne einen eigenen Online-Shop aufbauen und betreiben zu müssen. Auf diese Weise bleibt ihnen auch das kostenintensive Marketing erspart, da allein der Name Zalando für eine große Reichweite sorgt. „Der stationäre Handel kann am E-Commerce partizipieren, kostengünstiger als es ein Händler alleine je schaffen würde“, fasst gaxsys-Geschäftsführer Mathias Thomas die Vorteile zusammen. Derer scheinen sich auch die stationären Mode-Anbieter bewusst zu sein. Bislang nehmen mehr als 100 Händler an dem Programm teil und versenden im Schnitt 300 Bestellungen pro Woche.

Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.



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