ParcelHero-Studie: Retouren machen im Januar fast die Hälfte aller Sendungen aus

Fast jeder Online-Händler bietet heutzutage kostenlose Retouren an. Das verlangen die Kunden auch. Doch der Service bringt Probleme mit sich, wie eine neue ParcelHero-Studie zeigt. In Großbritannien missbrauchen viele Verbraucher ihre Umtauschrechte.

Kostenlose Retouren sind im E-Commerce selbstverständlich geworden. Die Kunden erwarten heutzutage, dass jeder Online-Shop, den sie besuchen, einen solchen Service anbietet. So komfortabel dieser für die Verbraucher ist, so viele Probleme bereiten kostenlose Rücksendungen den kleinen Händlern. Sie müssen vor allem finanzielle Nachteile erleiden, wie eine neue Studie des britischen Logistikers ParcelHero zeigt. Ihr zufolge drohen rund 200 Anbieter an kostenlosen Retouren zu scheitern.

ParcelHero-Studie: Retouren machen im Januar fast die Hälfte aller Sendungen aus

ParcelHero-Studie: Retouren machen im Januar fast die Hälfte aller Sendungen aus
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Viele Online-Kunden missbrauchen ihre Verbraucherrechte

Wie viel Aufwand Rücksendungen mit sich bringen, veranschaulichen die Zahlen des zweiten Januars. An diesem Tag sollen Retouren 47 Prozent aller ParcelHero-Sendungen ausgemacht haben. Nicht wenige Händler mussten sogar für die Rücksendungen selber übernehmen, wie David Jinks sagt, der beim Logistiker für die Konsumenten-Forschung verantwortlich ist: „Kleine Online-Unternehmen hatten damit zu kämpfen, dass die Hälfte aller Nutzer kostenlose Retouren verlangten und das nicht nur für fehlerhafte Waren.“ So manch ein Umtausch macht zudem deutlich, dass die Konsumenten nicht sonderlichen moralisch handeln und ihre Verbraucherrechte missbrauchen. Laut Studie sollen am zweiten Januar 37 Prozent ihre Weihnachtsdekoration zurückgegeben haben. „Es ist schon merkwürdig, dass Personen diese nach Silvester auf einmal nicht mehr brauchen“, gibt sich Jinks skeptisch.

Die am häufigsten zurückgegebenen Produkte

Allerdings gibt es Produkte, die Online-Kunden weitaus öfter umtauschen. An der Spitze befinden sich Kleider und Autositze für Kinder. In dem Jahr zuvor lagen hingegen Koffer, Snowboards und Skier ganz vorne. „Retouren kosten kleine und mittlere britische Online-Shops inzwischen über 22 Millionen Euro pro Jahr. Manche Händler sehen über die Weihnachts- und Silvesterzeit eine Umtauschrate von 60 Prozent“, so Jinks.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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Kategorien: Logistik & Versender

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