EHI-Studie analysiert Maßnahmen zur Energieoptimierung im Handel

Für viele Händler gewinnt das Speichern überschüssiger Energie immer stärker an Bedeutung. Zumindest in Zukunft könnte das Thema im Handel eine größere Rolle spielen. Für Lebensmittelhändler gehört die Optimierung der Kältetechnik – der größte Stromfresser im LEH – zu den wichtigsten Maßnahmen, um Energie effizient zu nutzen. Durch die Vorgaben der F-Gas-Verordnung könnte die Umrüstung von Bestandsanlagen allerdings für einige Händler problematisch werden. Im Bereich Nonfood ist der Austausch der Beleuchtung für die meisten Händler die momentan wichtigste Maßnahme zur Verbesserung der Energieeffizienz, so einige Ergebnisse der gerade erschienenen EHI-Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2017“.

Energie für später speichern

Das Thema Energiespeicher gewinnt im deutschen Handel zunehmend an Bedeutung. Im Vorjahr schätzte noch die Mehrheit (68 Prozent) die zukünftige Relevanz von Energiespeichern als sehr gering bis mittel ein.  Dieser Anteil ist in 2017 auf 53 Prozent gesunken. Demgegenüber misst dem Thema aktuell fast die Hälfte der Händler (47 Prozent) eine hohe bis sehr hohe Bedeutung für die Zukunft bei. Dieser Anteil lag im Vorjahr noch bei knapp einem Drittel (32 Prozent).

Der Einzelhandel erprobt aktuell unterschiedliche Formen der Energiespeicherung. Neben Batteriespeichern bzw. Elektroladesäulen in Verbindung mit Photovoltaikanlagen kann es, abhängig von den gegebenen Rahmenbedingungen, vor allem für Lebensmittelhändler sinnvoll sein, zukünftig Eisspeicher einzusetzen.


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Viel Strom für Kälte

Fast die Hälfte (46 Prozent) der elektrischen Energie verbraucht im Lebensmittelhandel die Kältetechnik. Deshalb hat die Optimierung dieser auch für alle befragten Händler eine hohe Priorität. Allerdings wird es für die Händler kostenaufwändig die bestehenden Anlagen umzurüsten bzw. zu ersetzen. Grund dafür ist die F-Gas-Verordnung, die die Verwendung natürlicher Kältemittel mit geringem Treibhauspotenzial für den zukünftigen Betrieb kältetechnischer Anlagen vorschreibt. Etwa drei Viertel des Kälteanlagenbestandes der Befragten wird derzeit noch auf Basis konventioneller Kältemittel mit hohem Treibhauspotenzial betrieben. Zweitgrößter Stromverbraucher im Food-Bereich ist die Beleuchtung mit einem Anteil von 25 Prozent. Auch hier zählt die Optimierung für alle Befragten zu den drei wichtigsten Maßnahmen für eine bessere Energieeffizienz. Im Zuge dessen ist die LED bei Food-Händlern, sowohl bei Neubauten als auch bei Umbau- oder Renovierungsmaßnahmen, heute zum Standard geworden. Der restliche Stromverbrauch verteilt sich auf Klimatisierung und Lüftung (10 Prozent) sowie sonstige Verbraucher* (19 Prozent).

Im rechten Licht

Im Nonfood-Handel ist die Beleuchtung mit 56 Prozent der größte Stromfresser. Für den Großteil (83 Prozent) der befragten Nonfood-Händler ist demzufolge der Austausch der Beleuchtung die wichtigste Maßnahme zur Verbesserung der Energieeffizienz. Wie auch im Lebensmittelhandel setzt sich die LED im Nonfood-Handel zunehmend als Standard durch. So verwendet hier der überwiegende Teil der Unternehmen bereits jetzt LED oder zumindest Mischformen. Nach der Beleuchtung ist die Klimatisierung bzw. Lüftung mit 25 Prozent der zweitgrößte Stromverbraucher, gefolgt von sonstigen Verbrauchern*, auf die sich 19 Prozent des Verbrauchs zurückführen lassen.

Neben dem Austausch der Beleuchtung zählen für 72 Prozent der befragten Händler die Optimierung der sonstigen Gebäudetechnik und für die Hälfte ein aktives Energiemanagement für mehr Transparenz hinsichtlich Energieverbräuchen und -kosten zu den drei wichtigsten Maßnahmen zur Energieoptimierung.

Datenbasis
An der Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2017“ haben sich 52 marktführende Handelsunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligt. Das entspricht über 29.000 Handelsfilialen bzw. etwa 46 Mio. Quadratmeter Verkaufsfläche. Dem Nonfood-Bereich sind dabei 48 Prozent der Befragten, dem Food-Bereich 52 Prozent zuzurechnen.

* Türen, Kassensysteme, Waagen, Produktion, Informationstechnik, Fahrtreppen bzw. Fahrsteige und sonstige Kleingeräte

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EHI Retail Institute

Das EHI Retail Institute e. V. ist ein Forschungs- und Bildungsinstitut für den Handel und seine Partner mit Sitz in Köln. Die Gründung erfolgte 1989.



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