Amazon zeigt soziales Engagement und schafft Obdachlosen-Unterkünftige auf dem eigenen Campus

Das Geschäft läuft für den Internet-Riesen Amazon sehr gut. Er expandiert weltweit und steigert seine Marktanteile. Doch nun will er nicht mit wirtschaftlichen Erfolgen Schlagzeilen machen, sondern auch mit seinem sozialen Engagement. Deswegen lässt er Unterkünftige für Obdachlose auf seinem Campus in Seattle entstehen. Dieses Projekt könnte mit Jeff Bezos persönlichen Zielen zusammenhängen.

Amazon tut nicht nur etwas für den Umsatz, sondern auch für sein Image. Um nicht nur als profitmaximierendes Unternehmen zu gelten, will sich der Online-Riese zukünftig sozial engagieren. Die Idee dazu bekam Chef Jeff Bezos von der Therapeutin Marty Hartman, die vorschlug, im Hauptquartier des Konzerns eine Unterkunft für Obdachlose einzurichten. Das Gebäude dafür soll bis 2020 auf dem Campus in Seattle entstehen. Geplant sind 65 Zimmer auf sechs Etagen, wo sich 200 Mütter mit ihren Kindern einquartieren werden. Die Kosten für deren Betrieb übernimmt Amazon selbst.

Amazon indirekt für steigende Hauspreise in Seattle verantwortlich

Die Geschäftsführung wird Hartmans Hilfsorganisation «Mary’s Place» übernehmen. „Wir waren von dem Geschenk schon überrascht, erstmals haben wir nun etwas Permanentes“, sagt die Therapeutin. Derzeit gibt es in Seattle insgesamt sieben Unterkünfte mit 600 Betten, in denen Hartmann und ihre 160 Mitarbeiter versuchen, den Obdachlosen zu helfen. Für ihre Lage ist durchaus auch Amazon verantwortlich. Denn der Internetkonzern hat zusammen mit Microsoft in der Stadt einen Tech-Boom ausgelöst, sodass Seattle mittlerweile andere Konzerne anzieht. Dadurch steigen die Hauspreise, weshalb nicht wenige Menschen auf der Straße landen. Amazon will sich daher der Verantwortung stellen und dazu beitragen, die Bedingungen für die Betroffenen zu verbessern.

Jeff Bezos unter Druck

Dass Jeff Bezos auf die Kooperation eingegangen ist, hängt aber auch damit zusammen, dass er kürzlich Bill Gates als reichsten Menschen der Welt überholt hat. Das verdankt er dem Höhenflug der Amazon-Aktie. Allerdings ist dadurch auch der Druck gestiegen, sich genauso großzügig zu zeigen wie der Microsoft-Gründer. Dieser engagiert sich schon seit Jahren als Wohltäter und spendet Teile seines Vermögens zu gemeinnützigen Zwecken. Bezos hielt sich hingegen bislang zurück, musste dafür aber Kritik einstecken. Nun will er sich freigiebiger zeigen. Mary’s Place soll ihn „sehr inspiriert und berührt“ haben, twitterte er.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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Kategorien: Amazon, Onlinehandel allgemein

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