Beate Uhse AG beantragt heute die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens

Die Beate Uhse Aktiengesellschaft (ISIN DE0007551400, WKN 755140) beantragt heute die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung mit dem Ziel der Sanierung beim zuständigen Amtsgericht. Der Vorstand der Beate Uhse AG, Michael Specht, hat sich zu diesem Schritt entschlossen, um die Sanierung der gesamten Gruppe in Eigenverwaltung nachhaltig umzusetzen.

Die Beate Uhse AG hatte im Jahr 2014 eine Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 30,0 Mio. Euro und einer Laufzeit bis 2019 emittiert. In den letzten Monaten hat sich die Gesellschaft in Abstimmung mit dem gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger und wesentlichen Anleihegläubigern um eine Restrukturierung der Anleihe bemüht und Verhandlungen mit einer Investorengruppe über eine Finanzierungsaufnahme geführt. In diesen fortgeschrittenen Verhandlungen konnte zuletzt jedoch keine Einigung erzielt werden. Daher war auch die geplante Restrukturierung der Anleihe nicht mehr umsetzbar und die Zahlungsunfähigkeit der Beate Uhse AG drohte einzutreten.

Beate Uhse AG beantragt heute die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens

Beate Uhse AG beantragt heute die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. pixabay.com ©geralt (Creative Commons CC0)

Operative Tochtergesellschaften nicht von Insolvenz betroffen, Geschäft läuft weiter

Die Insolvenzanmeldung betrifft ausschließlich die Beate Uhse AG in ihrer Funktion als Holding, für die Tochtergesellschaften der Beate Uhse AG wurde keine Insolvenz beantragt. Damit halten die operativen Gesellschaften in Deutschland und den Niederlanden ihren Geschäftsbetrieb uneingeschränkt aufrecht und die Handlungsfähigkeit wird gesichert.

Vorstand ist zuversichtlich bezüglich der Sanierung der Beate Uhse Gruppe

Michael Specht, Vorstandsvorsitzender der Beate Uhse AG, betont: „Unser Ziel ist es, im Rahmen des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung die operative und finanzielle Sanierung der Beate Uhse AG nachhaltig und zügig umzusetzen. Wir haben damit einen Weg eingeschlagen, bei dem wir sehr zuversichtlich sind, die Unternehmensgruppe als Ganzes sanieren zu können.“

Die Beate Uhse Gruppe hat in den letzten Jahren unter zahlreichen Managementwechseln und strategischen Fehlentscheidungen gelitten. Der Ausbau des Online-Handels wurde zögerlich und unsystematisch betrieben, wichtige Entwicklungen im stationären Handel wurden verpasst, die Produktpolitik war nicht strategisch, sondern zufällig und reaktiv. Die Verkaufskanäle online und Filialen führten ein asynchrones Eigenleben anstatt den Kunden kanalübergreifend ein nahtloses Einkaufserlebnis zu bieten. Während Beate Uhse zum Beispiel in Frankreich noch Marktführer ist, hat man in Deutschland signifikant Marktanteile verloren.

Neues Management steht an der Seite des Vorstands

Michael Specht hat seit seiner Berufung zum CEO im April 2017 branchenerfahrene Experten für sein Managementteam gewinnen können. Unverzüglich wurde eine schonungslose Bestandsaufnahme aller Unternehmensbereiche vorgenommen. Diverse grobe Versäumnisse der Vergangenheit im Finanzbereich wurden aufgearbeitet und abgestellt. Mit „be you“ als Kernbotschaft wurde die Marke neu und selbstbewusst positioniert. Für den Onlinehandel, das Filialgeschäft und die Hauptproduktbereiche Toys und Lingerie gibt es detaillierte Aktionspläne. Deren Umsetzung wird nun durch die Insolvenz in Eigenverwaltung ermöglicht.

Während des gesamten Sanierungsprozesses wird die Beate Uhse AG in allen insolvenzrechtlichen Fragen von der bundesweit tätigen Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff beraten und unterstützt.

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Hand in Hand für eine erfolgreiche Zukunft

Die aktuelle Insolvenz betrifft insgesamt 10 Mitarbeiter der Beate Uhse AG, die durch das zu beantragende Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit für die nächsten drei Monate abgesichert werden. Die Mitarbeiter sind größtenteils seit vielen Jahren bei der Beate Uhse AG tätig und fühlen sich der Gesellschaft sehr verbunden. Dementsprechend hoch sind ihre Loyalität und die Bereitschaft, die Sanierung uneingeschränkt mitzutragen und erfolgreich voranzutreiben.
Auch die wesentlichen Gläubiger des Unternehmens stehen der Sanierung im Rahmen eines Eigenverwaltungsverfahrens positiv gegenüber und haben ihre Unterstützung für den Sanierungsprozess zugesagt.

Mit der Unterstützung aller Beteiligten, insbesondere des hochmotivierten Managements, ist man sehr zuversichtlich, dass mit diesem Schritt ein Neuanfang der Beate Uhse AG in eine nachhaltig positive Zukunft möglich ist.

Über die Beate Uhse AG: Das Unternehmen Beate Uhse wurde 1946 gegründet und ist als europaweit tätiger Erotikkonzern heute mit rund 345 Mitarbeitern (FTE) in sieben Ländern aktiv. Beate Uhse steht für über 70 Jahre Branchenerfahrung und Expertise in der Erotikbranche und verfügt über eine sehr hohe Markenbekanntheit. Der Fokus liegt auf dem B2C, der durch zwei zentrale Vertriebskanäle E-Commerce und stationärer Einzelhandel – abgedeckt wird und die im Rahmen der Cross-Channel-Strategie eng miteinander verzahnt sind. Seit Mai 1999 ist die Aktie der Beate Uhse an der Frankfurter Börse gelistet.

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Frank Weyermann
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