Konflikt mit Amazon: Birkenstock beendet auch in Europa die Zusammenarbeit mit dem Online-Marktplatz

Birkenstock und Amazon waren lange Zeit Partner. Doch Anfang dieses Jahres beendete der Schuhhersteller die Zusammenarbeit in den USA. Nun kündigt er die Kooperation auch in Europa auf und nennt einen Grund, der mit den grassierenden Produktfälschungen zusammenhängt.

Birkenstock gilt als Deutschlands größter Schuhhersteller. Deswegen lässt er sich auch nicht von so großen Namen wie Amazon beeindrucken. Nachdem beide jahrelang kooperiert hatten, stellte Birkenstock im Januar dieses Jahres den Verkauf auf dem amerikanischen Portal des Internet-Riesen ein. Jetzt geht der Schuhersteller sogar einen Schritt weiter und kündigt an, die Kooperation mit dem Unternehmen aus Seattle auch in Europa zu beenden. Ab dem 1. Januar 2018 soll die direkte Belieferung von Amazon eingestellt werden.

Konflikt mit Amazon: Birkenstock beendet auch in Europa die Zusammenarbeit mit dem Online-Marktplatz

Konflikt mit Amazon: Birkenstock beendet auch in Europa die Zusammenarbeit mit dem Online-Marktplatz. pixabay.com ©geralt (Creative Commons CC0)

Kein energisches Vorgehen gegen Produktfälschungen

Wie schon bei der Vertragskündigung in den USA begründet Birkenstock seine Entscheidung damit, dass es in der Vergangenheit zu viele Probleme mit Produktfälschungen und dem Markenrecht gegeben habe. Der Schuhhersteller kritisiert Amazon vor allem dafür, nicht energisch gegen Missbrauch des Birkenstock-Logos vorgegangen zu sein. In einem Brief an die eigenen Mitarbeiter haben die beiden Geschäftsführer Oliver Reichert und Markus Bensberg deutliche Worte dafür gefunden: Amazon sei „nicht im erforderlichen Maße an einer vertrauensvollen Beziehung und dem Schutz der Kunden vor Irreführung und Täuschung interessiert“. Amazon behauptet hingegen, dass das Unternehmen keine gefälschten Produkte auf dem eigenen Portal duldet.

Mit breiter Brust

Allerdings bedeutet Birkenstocks Rückzug nicht, dass Kunden dessen Produkte nicht mehr auf Amazon kaufen können. Denn es gibt noch Dritthändler, die sie vorerst über das Portal des Online-Giganten verkaufen. Wie lange sie das noch dürfen, bleibt abzuwarten. Birkenstock kann durchaus die Entscheidung treffen, ihnen den Verkauf zu verbieten. Zu diesem Schritt sah sich der Schuhersteller in den USA gezwungen, wo die Beziehung zwischen beiden Unternehmen sehr angespannt ist. In Europa hält sich der Konflikt in Grenzen, weshalb Birkenstock auf einen leichten Amazon-Ausstieg setzt. Dass der Schuhersteller sich so selbstbewusst gibt, hängt mit seinem Erfolg in den letzten Jahren zusammen. Galten dessen Produkte als „Ökolatschen“, genießen sie heute Popularität auf der ganzen Welt. Aus Birkenstock ist eine international beliebte Marke geworden, die Fashion-Liebhaber anzieht. Erhältlich ist das Schuhwerk in mittlerweile 19 Ländern. Erst im Sommer dieses Jahres eröffnete der Hersteller einen Online-Shop in Japan. Dennoch erzielt er den größten Teil seines Umsatz noch immer im stationären Bereich.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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