Kaufland stellt seinen Lieferservice in Berlin ein

Obwohl der Online-Handel mit Lebensmitteln expandiert, läuft noch nicht alles wunschgemäß. Das musste der Einzelhandelsriese Kaufland während seiner Pilotphase feststellen, die am 23. Dezember endet. Danach will er seinen Lieferdienst einstellen. Das hat einen guten Grund, wie der Vorstand deutlich macht.

Als Kaufland im Oktober 2016 in der Hauptstadt in den Online-Handel einstieg und seinen Lieferservice einführte, war das Aufsehen groß. Die Kunden, so hieß es, bräuchten nicht mehr in die Filialen zu gehen, um sich mit Produkten für den täglichen Bedarf einzudecken. Kurze Zeit später wollte der Einzelhandelsriese auch in Hamburg digital expandieren. Doch in den letzten Monaten kamen Zweifel auf, nicht nur bei den Branchenbeobachtern, sondern auch bei Kaufland selbst. Schließlich verkündete das Unternehmen, es werde in der Hansestadt doch nicht an den Start gehen. Und nun möchte es auch seinen Lieferservice in Berlin nicht mehr weiterführen. Dessen Pilotphase endet am 23. Dezember. Danach soll Schluss sein.

Kaufland stellt seinen Lieferservice in Berlin ein

Kaufland stellt seinen Lieferservice in Berlin ein. pixabay.com ©paulbr75 (Creative Commons CC0)

Lieferservice im Lebensmittelbereich zu kostenintensiv

Von der Einstellung sind rund 300 Mitarbeiter betroffen, die bislang in den Bereichen Logistik und Auslieferung beschäftigt waren. Für sie will das das Unternehmen eine „sozialverträgliche Lösung“ finden, wie es heißt. „Wir bedauern sehr, dass wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Berlin keine langfristige Perspektive bieten können und bedanken uns für ihren hervorragenden Einsatz in den vergangenen Monaten“, sagt der Vorstandsvorsitzende Patrick Kaudewitz. Darüber hinaus gibt er eine Erklärung, warum sich der Konzern von dem Lieferdienst verabschiedet: „Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit, die Preis- und die Marktentwicklung sehen wir (…), dass sich ein Lieferservice im Lebensmittelbereich auf Sicht nicht kostendeckend betreiben lässt.“ Um diese Mängel zu kompensieren, müsste das Unternehmen seine Preise im Online-Shop erhöhen. Doch diesen Schritt will der Konzern nicht gehen, wie Kaudewitzt sagt: „Auch im Internet sollen sich die Kunden auf unser Preisversprechen verlassen können.“ Angesichts der aktuellen Lage verzichtet Kaufland darauf, in weiteren deutschen Städten den Lieferservice auszuprobieren. Stattdessen haben derzeit „digitale Innovationspotenziale im stationären Geschäft“ Priorität.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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