Konkurrenzkampf mit Amazon: Wal-Mart macht die gleichen Produkte im Internet teurer

Wal-Mart ist seit einigen Jahren bemüht, den Anschluss an Dauerrivale Amazon nicht zu verlieren. Das macht sich in seiner Kasse bemerkbar. Deswegen versucht er nun, beim Verkauf so wenig Geld wie möglich zu verlieren. Das soll ihm mit höheren Preisen im Online-Shop gelingen – für Produkte, die es auch in seinen Filialen gibt.

Der Konkurrenzkampf mit Amazon geht manchen Händlern an die Substanz. Für keinen gilt das so sehr wie für Wal-Mart. Der Einzelhandelsriese hat in den letzten zwei Jahren einiges unternommen, um den Anschluss an den Rivalen aus Seattle nicht zu verlieren. Doch die Maßnahmen kosteten auch jede Menge Geld. Deswegen versucht Wal-Mart nun kreativ zu werden und sucht nach Wegen, wie sich die Kasse wieder füllen ließe. Seine jüngste Idee heißt: online solche Produkte teurer zu verkaufen, die es auch in den Geschäften gibt.

Konkurrenzkampf mit Amazon: Wal-Mart macht die gleichen Produkte im Internet teurer

Konkurrenzkampf mit Amazon: Wal-Mart macht die gleichen Produkte im Internet teurer

Amazon konzentriert sich auf Top-Wachstum, Wal-Mart muss Geld verdienen

Mit dieser Strategie will der Einzelhandelsriese die Kunden wieder verstärkt in die eigenen Filialen locken. Aber nicht nur das: Es geht hauptsächlich darum, den Verkauf zu optimieren und dabei so wenig Geld wie möglich zu verlieren. Darin liegt auch der Unterschied zum Rivalen Amazon, der sich eher auf Top-Wachstum konzentriert. Wal-Mart ist hingegen damit beschäftigt, wieder für ein wenig Umsatz zu sorgen. Die Situation kommentiert die Pro4ma-Gründerin Liz Dunn folgendermaßen: „Ich denke, dass Amazon weiterhin Marktanteile an sich reißen wird, weil er nach seinen eigenen Regeln spielt. Und ich denke, dass der Online-Handel weiterhin den stationären Läden Marktanteile nehmen wird. Amazon wird einen übergroßen Anteil davon bekommen.“

Online bestellen, im Laden zu einem niedrigeren Preis abholen

Das neue Konzept Wal-Marts beruht darauf, dass der Einzelhändler seine Online-Preise und Ladenpreise für einige Artikel auf seiner Website anzeigt. Kunden bekommen jedoch die Möglichkeit, in Internet einzukaufen und die Produkte dann im Laden mit dem günstigeren Preis abzuholen. Diese Methode, die in Amerika als Online-Aufkleber-Schock bezeichnet wird, könnte tatsächlich funktionieren. Brandywine-Global-Manager Avery Sheffield ist davon überzeugt und glaubt, dass sie Wal-Marts Image stärken werde, wenn die Kunden in die Läden gehen und sehen, wie viel niedriger die Preise sind.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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