Discount provided by Amazon: Amazon senkt auf seiner US-Plattform die Preise der Partner-Händler

Der Internet-Riese Amazon will seiner Konkurrenz immer einen Schritt voraus sein. Deswegen lässt er sich so manches einfallen. So auch diesmal: Der Gigant reduziert ohne Vorwarnung die Preise seiner Partner-Händler, damit deren Produkte günstiger sind als auf den anderen E-Commerce-Plattformen. Für den Differenzbetrag kommt er zwar selber auf, doch die Anbieter könnten trotzdem einen Nachteil erleiden.

Amazons Vorherrschaft im US-amerikanischen E-Commerce ist eigentlich unumstritten. Dennoch muss der Internet-Riese die Augen offen halten, um sich auf dieser Position zu behaupten. Dass er dass auch tut und permanent neue Services wie Angebote entwickelt, hat er in der Vergangenheit oft gezeigt. Seine Agilität demonstriert er nun ein weiteres Mal. Um die Konkurrenz abzuhängen, setzt er bei den Preisen seiner Partner-Händler an, die auf Amazons Marktplatz verkaufen. Deren Waren können Kunden um teilweise neun Prozent günstiger kaufen, weil der Gigant sie automatisch reduziert. Dabei handelt es sich um eine Art Subvention, die die Bezeichnung «Discount provided by Amazon» trägt. Den Differenzbetrag zahlt der Internet-Riese selber.

Amazon senkt auf seiner US-Plattform die Preise der Partner-Händler

Amazon senkt auf seiner US-Plattform die Preise der Partner-Händler
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Ohne Ankündigung und Absprache

Mit dieser Methode will Amazon die Preise auf andere E-Commerce-Plattformen unterbieten. Allerdings wendet der Gigant sie momentan nur bei einigen seiner Partner-Händler an. Vorherige Ankündigungen gab es genauso wenig wie Absprachen. Amazon handelte wie immer: in Eigeninitiative. Der Preiskampf ist schon lange ein großes Thema für den Internet-Riesen. Zu Reduktionen kam es bereits in der Vergangenheit, allerdings war bisher immer Amazons eigenes Angebot betroffen. An seine Händler wandte sich der Konzern bisher bloß mit einer Paritätsklausel. Die Aktion liegt mehr als vier Jahre zurück. Damals bat Amazon alle Händler, die ihre Produkte nicht nur auf seiner Plattform verkauften, diese nirgends günstiger anzubieten als bei ihm. Als kurios empfanden es alle, dass diese Bestimmung auch für die eigenen Online-Shops der Händler galt. Deswegen musste damals das Bundeskartellamt eingreifen, um den Giganten zu bändigen.

Händler könnten Probleme mit anderen Plattformen bekommen

Mit «Discount provided by Amazon» scheint das Unternehmen aus Seattle ein neues Mittel im Preiskampf gefunden zu haben. Die Praxis zeigt jedoch, dass von den Subventionen nur Artikel betroffen sind, deren Anbieter an Amazons Fulfillment-Programm teilnehmen. Darüber hinaus gelten die jeweiligen Rabatte nur für eine kurze Zeit. Nach welchem Prinzip der Internet-Riese hierbei vorgeht, ist nicht bekannt. Amazon selbst wollte sich dazu nicht äußern. So vorteilhaft diese Aktion für die Betroffen wirkt, so groß könnten die Probleme sein, die sie mit anderen Verkaufsportalen oder Herstellern bekommen. Mit manchen von ihnen haben sie sich im Vorfeld auf Preise geeinigt. Wenn Amazon diese herabsetzt, verstoßen sie automatisch gegen die bestehenden Vereinbarungen, ohne selber initiative geworden zu sein.

Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.



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