Expansion eines Mode-Händlers: Zalando will Sortiment um Kosmetik-Produkte erweitern

Als Zalando 2008 startete, verkaufte das Unternehmen lediglich Schuhe. Dann kam Bekleidung hinzu, bis aus dem Start-up ein Mode-Gigant wurde, der mittlerweile mit Amazon in der gleichen Liga spielt. Nun will der Händler auch Beauty-Produkte in sein Sortiment aufnehmen. Profitieren könnte er dabei von den Schwächen der Konkurrenz.

Zalandos Unternehmensgeschichte ist beeindruckend. Der Mode-Anbieter startete 2008 und entwickelte sich mit den Jahren zu einem Internet-Händler der Superlative. Dabei wollte er anfangs lediglich Schuhe verkaufen. Doch mit dem Erfolg wuchs auch das Sortiment. Heute zählt Zalando zu den Taktgebern in der europäischen Fashion-Branche. Die Kundenzahl steigt kontinuierlich und hat schon längst die Millionen-Marke überschritten. Ausruhen will sich das Unternehmen dennoch nicht. Im Gegenteil: Zalando expandiert weiter und formuliert nun ein neues Ziel. Der Mode-Händler plant, seine Produktpalette um Beauty-Artikel zu erweitern. Ab Frühjahr 2018 sollen Zalando-Kunden im Online-Shop auch Parfüms, Tools, Accessoires sowie Haut- und Haarpflegeprodukte zur Verfügung stehen.

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Zunächst nur in Deutschland

Mit dieser Strategie startet das Unternehmen zunächst in Deutschland. Sollte sie Früchte tragen, wollen die Berliner das neue Geschäftsmodell auch in anderen Ländern ausbauen. Zunächst einmal geht es darum, den großen Kosmetikkonzernen das Wasser abzugraben und selber einen großen Teil der Marktanteile zu sichern. Co-Chef Rubin Ritter sieht dafür gute Chancen, weil es momentan noch keine dominanten Online-Händler in diesem Bereich gebe. „Das Geschäft mit Schönheitsartikeln ist größtenteils noch stationär“, sagt er. Erste Umsatzvorstellungen gibt es schon. Laut Ritter visiert Zalando auf dem 86 Milliarden Euro schweren Markt in Europa rund hundert Millionen Euro Erlös an. Das Potential ist groß, sodass die Pläne aufgehen könnten. Allein letztes Jahr gaben deutsche Verbraucher 1,6 Milliarden Euro für Schminke aus. Und die Nachfrage nach diesen Produkte steigt weiter, wie die jüngsten Umfragen zeigen.

Vorteile und Herausforderungen

Neben der Kaufkraft könnte Zalando auch die mangelnde Agilität der Konkurrenz zugutekommen. Anbieter wie Douglas haben seit Jahren Probleme, ihr Digitalgeschäft voranzubringen. Dementsprechend niedrig fallen die Umsätze im Online-Handel aus. Bei Douglas belaufen sie sich auf 15 Prozent des Gesamterlöses. Genauso schlecht sieht es im Bereich Online-Marketing aus. In den sozialen Medien ist Zalandos Konkurrenz nur wenig aktiv, was sich in der geringen Reichweite niederschlägt. Trotz dieser Vorteile gibt es auch Herausforderungen. Der Beauty-Markt gilt als sehr konzentriert, weil einige wenige Hersteller Dominanz ausüben. Sie beherrschen größtenteils die Branche und sind in der komfortablen Lage, hohe Preise durchzudrücken. „Für Zalando könnte es deshalb schwierig werden, hohe Margen zu erzielen“, kommentiert Analyst Andreas Rieman die Situation.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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