E-Commerce in der Autobranche: Mercedes-Benz launcht Online-Store für Gebrauchtwagen

Bisher konnten Autoliebhaber im Internet noch keine Fahrzeuge bestellen. Möglich waren nur Anfragen. Doch nun macht die Branche einen weiteren Schritt in Richtung E-Commerce. Der Hersteller Mercedes-Benz startet einen Online-Store, in dem Kunden Gebrauchtwagen auch ordern können. Dennoch gibt es zu Beginn einige Einschränkungen.

Das E-Commerce durchdringt alle Bereiche, auch solche, die seit jeher der Tradition verhaftet sind. Das gilt vor allem für die Automobilbranche. Doch nun scheint Bewegung in den Markt zu kommen. Zu verdanken ist das Mercedes-Benz. Wer bei dem Hersteller bislang einen gebrauchten Wagen kaufen wollte, konnte eine Online-Anfrage an einen der kooperierenden Händler auf dessen Plattform schicken. Hier inserierten sowohl Niederlassungen als auch Vertreter und ausgewählte Service-Partner ihre Angebote. Um den Kaufprozess zu vereinfachen bzw. zu modernisieren, macht es Mercedes jetzt möglich, auf dem Portal auch Bestellungen aufzugeben.

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Es gibt noch einige Einschränkungen

Der Online-Store des Autoherstellers ist allerdings an einige Beschränkungen geknüpft. So steht das Bestell-Angebot nur solchen Nutzern zur Verfügung, die sich registriert haben. Darüber hinaus gibt es noch keine Möglichkeit der bargeldlosen Zahlung, wie sie Online-Kunden aus anderen E-Commerce-Bereichen kennen. Wer auf dem Portal einen Gebrauchten von Mercedes erwerben möchte, muss sich derzeit mit Barkauf, Finanzierung oder Leasing begnügen. Dafür bietet die Mercedes-Benz-Bank den Kunden an, bestimmte Verträge mit Hilfe einer Videolegitimation abzuschließen. Über die neuen Kaufmöglichkeiten zeigen sich die Händler sehr erfreut, weil sie für den Verkauf zuständig sind und unter den neuen Bedingungen mehr Spielraum haben. In Zukunft sollen sogar alle zertifizierten Mercedes-Benz-Händler die Möglichkeit bekommen, ihre gebrauchten Fahrzeuge online anzubieten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um A-, B- oder C-Vermittler handelt. „Das ist eine saubere Lösung, die auf allen Betriebsstufen niemanden benachteiligt“, kommentiert Thomas Leseberg das Vorhaben. Er fungiert als Vorstandssprecher des Verbandes der Vermittler und Servicepartner für Mercedes-Benz e.V. (VVMB).

Momentan zehn Prozent der angebotenen Wagen online bestellbar

Um das neue Onlineangebot einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, hat sich Daimler die Automobilmesse IAA als Plattform ausgesucht. Laut Carsten Oder sei der digitale Store vor allem für die Händler ideal, weil sie „ihr Gebrauchtwagenangebot bundesweit sichtbar machen und ihren Kunden den Kauf eines Gebrauchtwagens so bequem und einfach wie möglich gestalten“ könnten, sagt der Vorsitzende der Geschäftsleitung von Mercedes-Benz Cars. Mehr Bequemlichkeit verspricht er auch den Kunden. Sie sollen in Zukunft auf jeden Fall die Möglichkeit bekommen, die gebrauchten Autos bargeldlos zu bezahlen. Wann damit zu rechnen ist, steht jedoch noch offen. Wer hingegen schon jetzt seinen Gebrauchten über die Plattform verkaufen möchte, muss darauf achten, dass der Wagen höchstens sechs Jahre alt und nicht über 120.000 Kilometer gefahren ist. Momentan befinden sich 45.000 Fahrzeuge im Angebot. Allerdings sind nur knapp zehn Prozent online bestellbar. Diese Zahl soll in Zukunft steigen.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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