Probleme mit Datenschutz: Lieferdienst Delivery Hero steht unter Druck

Wer heute eine Pizza, einen Burger oder einen Teller Nudeln bestellt, wendet sich an Essenslieferdienste wie Foodora, Lieferheld oder Delivery Hero. Allerdings scheinen diese gegen den Datenschutz zu verstoßen, wie die Berliner Behörden melden. Die meisten Beschwerden gehen auf das Konto von Delivery Hero.

In den vergangenen zwei Jahren sind gerade in Berlin sehr viele Essensbringdienste entstanden. Die Farben von Lieferheld, Foodora, Pizza.de oder Delivery Hero prägen mittlerweile das Stadtbild. Allerdings läuft noch nicht alles nach Wunsch, zumindest aus der Sicht der Beauftragten für Datenschutz. Sie geben an, dass es seit Mitte 2015 zu sehr vielen Beschwerden gegen die Lieferdienste gekommen ist – Tendenz steigend. Am schwersten wiegen die Vorwürfe gegen Delivery Hero, das mit 14 Anzeigen ganz vorne liegt.

Probleme mit Datenschutz: Lieferdienst Delivery Hero steht unter Druck

Probleme mit Datenschutz: Lieferdienst Delivery Hero steht unter Druck

Kunden-Accounts können nicht gelöscht werden

Der Vorwurf vieler Kunden lautet, dass es nicht möglich ist, den eigenen Account zu löschen. Und wenn das der Lieferdienst doch in Aussicht stellt, will er zunächst einen Identitätsnachweis zugesandt bekommen. Acht der vierzehn Fälle sind bereits abgeschlossen, ohne dass Delivery Hero eine Strafe erleiden musste. Das liegt auch daran, dass der Lieferdienst den Geschädigten entgegenkam. Die restlichen Anzeigen befinden sich noch in der Bearbeitung.

Konkurrenzkampf mit Takeway

Die Klagen kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn Delivery Hero trägt gerade einen harten Konkurrenzkampf mit dem niederländischen Dauer-Rivalen Takeaway aus. Um als Sieger hervorzugehen, ging der Lieferdienst Ende Juni an die Börse. Das frische Geld kann er gut gebrauchen, zumal er einen extrem hohen Marketingaufwand betreiben muss, um mit dem Konkurrenten Schritt zu halten. Welche Summe Delivery Hero für Werbung ausgibt, belegen die aktuellen Zahlen. Im Fernsehen und Radio lagen die Ausgaben im letzten Jahr insgesamt bei 106. Sie sind auch nötig, zumal sich beide Anbieter mittlerweile auch in kleineren Städten die Kunden und Restaurants streitig machen. Skandale rund um Datenschutz könnten daher ausschlaggebend dafür sein, dass sich am Ende der niederländische Rivale durchsetzt.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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