Studie zum Online-Einkauf in der Baubranche: Skepsis überwiegt Zuversicht

Überall ist vom Boom des Internethandels zu hören. In manchen Branchen merkt man davon sehr wenig, wie eine neue Studie beweist. Der Baumarktforscher BauInfoConsult wollte wissen, ob Verarbeiterbetriebe positiv in die Zukunft blicken und von einem regeren Einkauf-Verhalten im Netz ausgehen. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus – doch sie macht auch auf eine Chance aufmerksam.

Studie zum Online-Einkauf in der Baubranche: Skepsis überwiegt Zuversicht

Der Online-Handel ist auf dem Vormarsch, weil immer mehr Verbraucher Produkte im Internet kaufen. Doch gilt das auch für Unternehmen aus der Baubranche? Dieser Frage ist der Baumarktforscher BauInfoConsult nachgegangen, indem er sich bei seiner Studie überwiegend auf Verarbeiterbetriebe wie Bauunternehmer, SHK-Installateure, Maler oder Trockenbauer konzentrierte. Dafür hat er insgesamt 462 Personen aus dieser Branche befragt, ob sie davon ausgehen, dass ihr jeweiliges Unternehmen die nötigen Materialien bis 2020 öfter im Internet kaufen wird als bislang. Diese Frage bejahten lediglich 20 Prozent, während 59 Prozent skeptisch waren.

Wer ist am skeptischsten?

Laut Studie haben SHK-Installateure die geringsten Erwartungen an Veränderungen. Rund 65 Prozent der Befragten glauben, dass ihre Unternehmen zumindest in den nächsten drei Jahren die Materialien eher offline bestellen werden. Anderer Meinung sind lediglich 20 Prozent der SHK-Installateure. Diesen Pessimismus begründet BauInfoConsult damit, dass es fast gar keine Online-Shops gibt, die kleinteilige Produkte für diese Berufsgruppe im Sortiment haben. Optimistischer gestimmt sind die Maler und Trockenbauer, von denen 55 Prozent zwar immer noch Berührungsängste mit dem E-Commerce haben. Doch gibt es im Vergleich zu den SHK-Installateuren mit 35 Prozent auch einen großen Teil, der dem Online-Handel eine positive Seite abgewinnen kann.

Hersteller und Händle müssen auf das Ergebnis reagieren

Die Ergebnisse der Untersuchung sind eine Enttäuschung und Chance zugleich. Einerseits ist nicht davon auszugehen, dass sich das Kaufverhalten der Verarbeiterbetriebe so schnell ändert. Andererseits können Händler und Hersteller diese Lücke im Online-Handel gewinnbringend nutzen, wenn sie Profikunden zum Einkauf im Internet bewegen. Dazu rät auch BauInfoConsult. Das könnte nach Meinung des Baumarktforschers durch bestimmte Marketing-Strategien geschehen. Als Beispiele nannte er die Vorzugsbelieferung und personalisierte Produktvorschläge für Premiumkunden.

Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.



Kategorien: Onlinehandel allgemein

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