Amazons neue Funktion «Spark»: Der Online-Händler entwickelt sich zum sozialen Netzwerk

Die neuesten Studien machen es deutlich: Die meisten Online-Shopper kaufen bei Amazon ein. Doch das reicht dem Internet-Riesen aus Seattle nicht. Jetzt will er seine Kunden mit einer Funktion zusätzlich dazu animieren, noch mehr Zeit auf dem eigenen Portal zu verbringen. Dort sollen sie wie bei Facebook und Co. Bilder teilen und sie kommentieren.

Amazon ist schon längst mehr als nur eine Verkaufsplattform. Wer sich hier tummelt, will nicht nur Produkte kaufen, sondern sich auch Informationen zu ihnen beschaffen oder ihren Preis vergleichen. Darüber hinaus entwickelt sich das Portal zu einem sozialen Netzwerk, in dem Nutzer sich über die Artikel austauschen können, die sie gekauft haben. Zu diesem Zweck hat Amazon nun eine entsprechende Funktion eingeführt. Sie nennt sich «Spark» und steht zunächst allen US-amerikanischen Prime-Mitgliedern zur Verfügung, die mit ihr Bilder erworbener Artikel teilen können. Diese schießen sie nicht selber, sondern entnehmen sie dem Verkaufsportal. Dabei haben sie die Gelegenheit, die gängigen Produktfotos kreativ zu verarbeiten und sie lustig oder geistreich zu kommentieren. Andere Mitglieder können darauf auf die gleiche Weise reagieren, so wie sie es bei Facebook, Instagram oder Pinterest tun.

Funktionsweise der Spark-Funktion

Mit Spark möchte Amazon die Interaktion seiner Kunden, die hauptsächlich in den großen sozialen Medien stattfindet, in das eigene Universum umschichten. Die Prime-Mitglieder sollen so viel Zeit wie möglich auf dem eigenen Portal verbringen und bei Gelegenheit auch das eine oder andere Produkt kaufen, um dies anschließend mit den eigenen Freunden zu teilen. Außerdem machen sie dadurch gleichzeitig Werbung für den jeweiligen Artikel und animieren andere ebenfalls zum Kauf. Mit der Funktion schlägt Amazon zwei Fliegen mit einer Klappe: Der Online-Riese muss keine Werbung betreiben und darf zugleich auf höheren Umsatz hoffen. Die ersten Tests der Funktion erfolgten in den letzten Wochen mit mehreren US-amerikanischen Prime-Mitgliedern. Wer sie in den Vereinigten Staaten derzeit nutzen will, kann das nur mit der mobilen Amazon-App tun. Dafür müssen sie zunächst ihre persönlichen Interessen nennen, die für die Ergebnisse entscheidend sind. Denn der Filter generiert nach ihnen Bilder der passenden Produkte. Sollten sich diese im Angebot befinden, wird ein Einkaufswagen-Icon sichtbar, das die Nutzer oben rechts finden. Fehlt das Produkt im Sortiment, erscheint das Symbol nicht.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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