Amazon als Vorbild: Zalando wird ein neues Kundenprogramm einführen

Zalando scheinen momentan die eigenen Ideen auszugehen. Nach Zalandos peinlichem Versuch, Reichweiten durch Bot-Betrug einzukaufen und nachdem sich Zalando am Amazon Fulfillment-Programm „orientiert“ hat, um ein ähnliches Programm mit Namen «Zalando Fulfillment Solutions» zu schaffen, schielt Zalando nun auf Amazon Prime. Prime zieht immer mehr Kunden beim Internet-Riesen Amazon an. Das Konzept scheint sich zu lohnen, weshalb der Modehändler Zalando nun den schwächelnden Umsatz und Ertrag kompensieren möchte, Amazon erneut nacheifert und ein ähnliches Kundenprogramm einführt. Zu Beginn will der Berliner Konzern es in vier Städten verfügbar machen.

Wer gerne in die gleiche Liga aufsteigen würde wie Amazon, darf auch dessen Erfolgskonzept übernehmen. Das dürfte sich zumindest der Modehändler Zalando gedacht haben. Denn der Berliner Konzern startet ein Kundenprogramm, das Amazon Prime nachempfunden ist. Dieses nennt sich «Zalando Zet» und soll den Mitgliedern für eine feste Jahresgebühr einige Privilegien bieten. Zumindest zu Beginn will der Fashion-Anbieter die Kosten flach halten, die Kunden können – wie bei Amazon – das Programm in den ersten drei Monaten kostenlos ausprobieren. Sollte nach Ablauf dieser Frist weiteres Interesse bestehen, zahlen die Zet-Mitglieder erst einmal 19 Euro im Jahr. Für dieses Geld ist ihnen zum Beispiel eine persönliche Styling-Beratung garantiert. Außerdem sollen Kunden darauf vertrauen dürfen, dass die Lieferzeiten kürzer ausfallen.Zalando Zet: Ein neues Kundenprogramm am Beispiel von Amazon Prime

Einführung zunächst in vier deutschen Städten

Auf die Einführung des Programms bereitete sich Zalando lange vor. Als der Modehändler mehrere markenrechtliche Namen gesichert hatte, war vielen Branchenbeobachtern klar, was er vorhatte. Dass er sich dabei an Amazon orientiert, streitet das Unternehmen natürlich ab, obwohl eine der gesicherten Bezeichnungen „Premo“ heißt. Dennoch sagt Zet-Chefin Lisa Schöner der Tageszeitung «Die Welt»: „Zalando Zet ist die Weiterentwicklung unserer Strategie, keine Reaktion auf Amazon. Unsere Stärke ist die Fokussierung auf Fashion.“ Der Start des Kundenprogramms soll zunähst in vier deutschen Städten erfolgen, zu denen neben Berlin auch Leipzig, Hannover und Frankfurt gehören. Wenige Monate nach der Einführung will der Modehändler Amazon Zet auch Kunden in anderen Regionen zur Verfügung stellen. Wenn sie sich für die Mitgliedschaft entscheiden, erhalten sie unter anderem früher einen Zugang zu Verkaufsaktionen als keine Zet-Abonnenten. Gleiches gilt für tagesgleiche Lieferungen und die Abholung von Rücksendungen zu Hause. Diese Services bot Zalando bislang nur in einigen ausgewählten Regionen an. Mit dem Zet-Programm weitet der Modehändler sie bundesweit aus.

Zusammenarbeit mit externen Partnern möglich

Wer sich als Zet-Mitglied für eine Styling-Beratung entscheidet, kann zwischen einem telefonischen Gespräch und einem Facebook-Chat wählen. „Die Stylisten beantworten alle Fragen zum Thema Mode“, versichert Lisa Schöner. Mit diesem Service verfolgt Zalando das Ziel, einen Nachteil des Online-Shoppings gegenüber dem stationären Einkauf auszugleichen. Es geht darum, „das Beste aus Online- und Offline-Welt“ zu kombinieren, sagt Manager David Schroeder. Deswegen will der Konzern mit der persönlichen Beratung das E-Commerce genauso emotional machen, wie es in Modehäusern in der Innenstadt ist. Sollte das Zet-Angebot auf große Zustimmung stoßen, will Zalando Kooperationspartner in das Programm involvieren: „Wir können uns vorstellen, dass wir Zet mit externen Partnern weiterentwickeln“, erklärt Schroeder. „So könnte man beispielsweise einen Reinigungsservice integrieren.“

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Eugen (Redakteur)

Eugen Zentner ist freier Redakteur, dpa-infocom.



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