Amazon übernimmt die Supermarktkette Whole Foods

Die Großen Player setzen sich gegenseitig unter Druck. Das beweist die neueste Ankündigung des Internetriesen Amazon, die Supermarktkette Whole Foods übernehmen zu wollen. Sollte der Deal tatsächlich zustandekommen, muss der Konkurrent Walmart dort um Marktanteile fürchten, wo er seit jeher den Takt angibt. An der Börse bekam der Einzelhändler bereits zu spüren, welche Folgen Amazons Engagement in diesem Bereich haben könnte.

Walmart und Amazon gelten als erbitterte Konkurrenten. Während die Supermarktkette sich immer mehr im Internetgeschäft engagiert und den Online-Riesen in Zugzwang bringt, setzt sie dieser zunehmend im stationären Einzelhandel unter Druck. Jetzt hat der Gigant aus Seattle sogar angekündigt, die Supermarktkette Whole Foods zu kaufen. Die Kosten sollen sich auf 13,78 Milliarden US-Dollar belaufen. Das ist ein lukratives Geschäft, wenn man bedenkt, dass Amazon mit dem Kauf gleich 461 Filialen übernimmt. Allerdings fehlt noch eine endgültige Zustimmung, zu der es laut Branchenbeobachtern in der zweiten Jahreshälfte kommen soll.

Amazon übernimmt die Supermarktkette Whole Foods

Bezos ist von Whole Foods überzeugt

Whole Foods ist in den USA kein Unbekannter. Gegründet wurde das Unternehmen bereits im Jahr 1978. Seitdem bietet die Supermarktkette ausschließlich Bio-Produkte an, wobei der Großteil der Filialen in den Vereinigten Staaten liegt. Mit einigen wenigen stationären Geschäften ist Whole Foods aber auch in Kanada und Großbritannien präsent. Ob die Übernahme ein gutes Geschäft für Amazon darstellt, daran zweifeln nicht wenige Branchenbeobachter. Was sie stutzig macht, sind die 3,1 Milliarden US-Dollar Schulden, die der Einzelhändler mitbringt. Jeff Bezos zeigt sich hingegen unbeeindruckt: „Millionen von Menschen lieben Whole Foods, weil sie die besten Bio-Lebensmittel bieten und weil sie es zum Vergnügen machen, gesund zu essen“, sagt er und fügt hinzu: „Whole Foods hat Kunden seit Jahrzehnten zufriedengestellt. Sie leisten tolle Arbeit und das wollen wir fortsetzen.“

Nachricht bringt anderen Supermarktketten Verluste

Deswegen wird sich bei der Supermarktkette auch nach der Übernahme nichts ändern. Nach eigenen Aussagen soll Whole Foods die eigenen Filialen unter der eigenen Marke führen. Und auch der aktuelle Geschäftsführer John Mackey wird seinen Posten nicht abgeben müssen, hieß es. All das dürfte Walmart nicht gerne hören, zumal seine Aktie nach der Übernahme-Nachricht sofort um sieben Prozent nach unten ging. Doch der Einzelhändler ist nicht der einzige, der zu den Verlierern dies Amazon-Geschäfts zählt. Auch Target, Costco und sogar so ein großes Unternehmen wie Metro mussten an der Börse Verluste hinnehmen.

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Eugen (Redakteur)

Eugen Zentner ist freier Redakteur, dpa-infocom.



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