Alternative beim Express-Versand: Das Start-up Flexe sagt Amazon den Kampf an

Schneller Versand ist im E-Commerce sehr wichtig. Wer ihn garantieren kann, sichert sich Kunden und sticht die Konkurrenz aus. Das gelingt dem Internetriesen Amazon derzeit sehr gut, weil er seine Prime-Mitglieder innerhalb von zwei Tagen beliefert. Mit diesem Tempo können viele kleine Händler nicht Schritt halten. Das will jetzt ein Start-up ändern.

Alternative beim Express-Versand: Das Start-up Flexe sagt Amazon den Kampf an

Alternative beim Express-Versand: Das Start-up Flexe sagt Amazon den Kampf an

Amazon investiert seit geraumer Zeit hohe Summen in die eigene Logistik-Infrastruktur, um den Versand zu optimieren. Dieser soll besser und schneller werden, damit Kunden nicht lange auf ihre Bestellungen zu warten brauchen. Gerade seinen Prime-Mitgliedern garantiert der Internetriese einen Expressversand innerhalb von zwei Tagen, für den keine Zusatzkosten anfallen. Das schafft Anreize und liefert Verbrauchern gute Argumente dafür, sich ebenfalls für das Abonnement zu entscheiden. Des einen Freud ist des anderen Leid. Denn mit dieser Strategie bringt Amazon die kleinen Händler unter Druck. Sie verfügen nicht über die gleichen Ressourcen wie der Online-Gigant und geraten deswegen zunehmend ins Hintertreffen. In den USA will das nun ein Start-up ändern. Flexe heißt der Hoffnungsträger, der mit einem weitreichenden Logistikhallen-Netzwerk kleinen Händlern bei der Expresszustellung unter die Arme greifen will.

Unterstützung gilt kleinen Händlern und Betreibern der Lagerhallen

Um Amazon die Stirn zu bieten, hat Flexe in den USA 500 Lagerhäuser gekauft. Da sie strategisch gut liegen, wird es für die kleinen Händler möglich sein, 98 Prozent der Kunden im ganzen Land in nur einem Tag zu beliefern. Wenn dieser Plan aufgeht, kommen ihre Pakete schneller an als diejenigen des mächtigen Konkurrenten. Die Kontrolle über den Lieferprozess will Flexe den Händlern selbst überlassen. Sie sollen zudem die Möglichkeit bekommen, ihre Pakete mit dem eigenen Corporate Design zu versehen. Allerdings sind es nicht nur die Verkäufer, denen Flexe helfen möchte. Seine Unterstützung gilt auch den Hallenbetreibern. Diese haben sich mit dem Start-up auf ein «pay-as-you-go»-Konzept geeinigt, bei dem sie an Händler nur dann Lagerplätze vermieten, wenn diese Bedarf haben. Dieses System garantiert hohe Flexibilität, so dass vor allem die Verkäufer schnell reagieren können, ohne sich mit langfristigen Verträgen in ein wirtschaftliches Risiko begeben zu müssen.

20 Millionen Fördergelder in vier Jahren

Mit diesem Konzept will Flexe eine Win-win-Situation für alle kleinen Akteure im US-amerikanischen E-Commerce schaffen, das Amazon derzeit so stark dominiert. Dabei stütz sich das Start-up auf die eigenen Ressourcen. Seit der Gründung vor vier Jahren konnte das junge Unternehmen Fördermittel von insgesamt 20 Millionen Dollar eintreiben, wobei drei Viertel davon allein aus dem letzten Jahr stammen. Mit diesem Kapital startet Flexe nun seine Offensive, um im Online-Handel dafür zu sorgen, dass die Vielfalt der Produktanbieter erhalten bleibt.

Alternative beim Express-Versand: Das Start-up Flexe sagt Amazon den Kampf an was last modified: by
Eugen (Redakteur)

Eugen Zentner ist freier Redakteur, dpa-infocom.



Kategorien: Logistik, Versender

Schlagworte:, , , , , ,