Abholstationen für Pakete: Amazon stellt seinen Locker bei Edeka auf

Amazons Abholstation Locker ist in den USA an vielen Orten zu finden. In Deutschland hingegen arbeitete der Internet-Riese bei diesem Projekt bislang nur mit der Tankstelle Shell zusammen. Jetzt konnte er einen weiteren Partner gewinnen. Warum sich dieser für die Kooperation entschieden hat, ist jedoch nicht ganz plausibel.

Wenn die Online-Bestellungen nach Hause kommen, sind die meisten Kunden auf Arbeit. Deswegen haben die Händler und Logistik-Dienstleister in den letzten Jahren an Lösungen gearbeitet, wie sie diesem Problem begegnen könnten. Der Internet-Gigant Amazon hat zum Beispiel Abholstationen für Pakete entwickelt. Solche Locker stehen in den Vereinigten Staaten in Banken, Einkaufszentren oder Supermärkten. In Deutschland konnte das Unternehmen aus Seattle bislang lediglich die Tankstelle Shell als Partner gewinnen. Nun ist ein neuer hinzugekommen: Edeka.

Abholstationen für Pakete: Amazon stellt seinen Locker bei Edeka auf

Abholstationen für Pakete: Amazon stellt seinen Locker bei Edeka auf

Nicht in, sondern außerhalb des Supermarktes

Zunächst hat Amazon den Locker auf dem Parkdeck dreier Berliner Filialen aufgestellt, so dass Kunden gleich ihre Pakete abholen können, nachdem sie bei Edeka eingekauft haben. In dem Markt selbst darf der Internetriese seine Abholstationen nicht platzieren. Diese Regelung gilt nur in Deutschland, während in Großbritannien Amazon seinen Locker auch in den Filialen installieren kann. Aber ob in oder außerhalb des Supermarktes, die Zusammenarbeit zwischen Edeka und Amazon ist überraschend. Denn der Online-Händler mischt zunehmend im Lebensmittelhandel mit und könnte der Supermarktkette gefährlich werden. In nur wenigen Monaten will der Internet-Riese seinen Lieferdienst Amazon Fresh starten, der Verbrauchern in Berlin und München zur Verfügung stehen soll. Damit tritt er in direkte Konkurrenz zu Edekas eigenem Service «Bringmeister».

Test oder langfristige Zusammenarbeit?

Noch ist nicht bekannt, ob Amazon mit Edeka langfristig kooperieren wird. Allerdings könnte es sich dabei um einen Test handeln, bei dem es zu ermitteln gilt, wie Kunden auf Abholstationen auf Parkplätzen reagieren. Wenn Verbraucher von ihnen Gebrauch machen, dürfte Amazon den Locker bald auch in anderen Ballungsgebieten aufstellen. Für Edeka lohnt sich dieses Geschäft aufgrund der hohen Mietgebühr, die Amazon seinen Partnern zahlt. Darin liegt wahrscheinlich auch die Erklärung dafür, warum die Supermarktkette mit einem direkten Konkurrenten zusammenarbeitet.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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