Amazon kämpft erneut mit Fake-Shops

Amazon zieht nicht nur ehrliche Händler an. Mit Betrügern hat der Online-Marktplatz schon seit jeher zu kämpfen. Doch das Problem lässt sich einfach nicht in den Griff bekommen. Jetzt machen dem Unternehmen neue Fake-Shops das Leben schwer, indem sie günstige Produkte in Aussicht stellen, diese aber nach der Bestellung nicht liefern.

Amazon hat auf seinem Marktplatz mit jeder Menge Betrüger zu kämpfen. Erst im letzten Jahr ging das Unternehmen gerichtlich gegen Fake-Shops vor, die Duplikate wertvoller Marken-Produkte verkauften. Doch so leicht lässt sich dieses Problem nicht lösen, weil sich ständig neue Anbieter mit krimineller Energie anmelden. Diese geben sich als Shops aus und hoffen darauf, dass Amazon-Nutzer ihre Produkte kaufen, die um einiges günstiger sind als gewöhnlich. Besonders beliebt ist Heimelektronik wie DVD-Player, Flachbildfernseher oder Laptops. Wenn es dann tatsächlich zu einer Bestellung kommt, streichen die Betrüger das Geld ein, versenden aber nicht die versprochenen Waren.

Amazon kämpft wieder mit Fake-Shops

Inaktive Verkäuferkonten kapern, alte Bewertungen nutzen

Neben den Käufern gehören auch die ehrlichen Händler zu den Opfern. Denn der aktuelle Trick der Kriminellen besteht darin, alte Verkäuferkonten zu kapern, die noch aktiv sind. Ausfindig machen sie diese Händler, weil deren Shop schon lange keine Bewertungen mehr erhalten hat. Allerdings sind noch welche aus der Zeit davor vorhanden, sodass die Betrüger mit ihnen bei den Kunden Vertrauen wecken. Das macht es ihnen leichter, ihre Produkte zu verkaufen, über die sie gar nicht verfügen. Im Angebot befinden sich meistens DVDs oder Blu-rays für einen Euro. Für die echten Händler stellt das ein großes Problem dar, weil ihre Umsätze nach unten gehen. Manche Verkäufer müssen sogar Einbußen von 80 Prozent hinnehmen.

Selbstjustiz nur bedingt möglich

Allerdings sind diesen Händlern die Hände gebunden, weil nur Amazon gegen das Problem vorgehen kann. Manche Verkäufer werden dennoch aktiv und machen eigeninitiativ Fake-Shops ausfindig, um sie dann dem Online-Marktplatz zu melden. Sie beklagen jedoch, dass Amazon sich dann erst sehr spät zurückmeldet. Das Unternehmen selbst sah sich vor Kurzem noch gut gerüstet gegen Fake-Shops. Ob es jetzt genauso aktiv wird wie noch im Herbst, wird abzuwarten sein. Aber auch wenn Amazon wieder vor Gericht geht, nach wenigen Monaten kommt schon die nächste Generation von Betrügern.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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