Rocket Internet legt Jahres-Bericht vor: Aktionäre sind trotzt Wachstum unzufrieden

Ob Rocket Internet noch einmal durchstarten kann, ist fraglich. Viele Beteiligungen haben sich im letzten Jahr als Flop erwiesen. Dementsprechend schlecht ist die Stimmung unter den Aktionären, denen Oliver Samwer vor eineinhalb Jahren große Versprechen machte. Jetzt hat er zusammen mit seinem Finanzchef den Geschäftsbericht für 2016 vorgelegt, in dem die Entwicklung positiver klingt als sie tatsächlich ist.

Rocket Internet legt Jahres-Bericht vor: Aktionäre sind trotzt Wachstum unzufrieden

Rocket Internet legt Jahres-Bericht vor: Aktionäre sind trotzt Wachstum unzufrieden

Das letzte Jahr gehört für Rocket Internet nicht zu den besten. Dennoch versucht die Start-up-Schmiede den Misserfolg herunterzuspielen. Vor wenigen Tagen legten Oliver Samwer und sein Finanzchef Peter Kimpel die Geschäftszahlen für 2016 vor, um die Aktionäre positiv zu stimmen. In dem Jahres-Report ist von einem weiteren Wachstum der größten Rocket-Beteiligungen die Rede, wobei manche Formulierungen sehr euphemistisch klingen. Wenn die beiden zum Beispiel von einem „Fortschritt auf dem Weg zur Profitabilität“ sprechen, meinen sie die Verluste, die 2016 nicht so hoch ausfielen wie im Jahr zuvor.

29 Prozent Wachstum, 15 Prozent Minus

Doch anstatt in dem roten Zahlenbereich zu verweilen, erwähnen Samwer und Kimpel lieber das Umsatzplus. Dieses beträgt bei den fünf größten Beteiligungen insgesamt 29 Prozent, womit der gemeinsame Erlös auf 2,2 Milliarden Euro gestiegen ist. Aus Samwers Mund klingt diese Entwicklung so: „Im Jahr 2016 haben unsere größten Beteiligungen sich weiter der Profitabilität angenähert, während sie weiteres Wachstum erzielen konnten.“. Dass die Ebitda-Marge immer noch ein Minus von 15 Prozent aufweist, verschweigt der Unternehmer lieber. Doch genau das interessiert die Anleger, die schon seit geraumer Zeit auf schwarze Zahlen warten. Dementsprechend gehemmt fiel die Freude bei ihnen aus, als sie den Jahres-Report lasen.

Ausgebliebene Börsengänge

Dass Start-ups zunächst lange Zeit Verluste machen, wissen Investoren nur zu genau. Dennoch machte Samwer ihnen große Versprechen. Zumindest drei der größten Rocket-Beteiligungen sollten seinen Worten nach bis Ende 2017 schwarze Zahlen schreiben. Doch dazu ist es bislang nicht gekommen, und es sieht so aus, als müssten die Aktionäre noch länger darauf warten. Genauso vollmundig klang die Ansage, ein Start-up an die Börse bringen zu wollen. Verschätzt hat sich Rockt vor allem mit seinem Zugpferd HelloFresh. Der Börsengang war beschlossene Sache, platzte dann aber kurz vor dem Start.

Acht neue Beteiligungen in diesem Jahr

Dennoch hat Rocket nach den Rückschlägen im letzten Jahr aufgeräumt und zumindest dafür gesorgt, dass es wieder nach vorne geht. Dafür verkaufte das Unternehmen die schlecht laufenden Start-ups, zu denen zum Beispiel Jabong gehörte. Der indische Mode-Händler ging für 70 Millionen Euro an Flipkart, während Foodpanda 320 Millionen Euro einbrachte, die Delivery Hero auf den Tisch legte. Mit dieser Aufräumaktion will Rocket noch einmal durchstarten. In diesem Jahr ist geplant, acht neue Start-ups aufzubauen, von denen sich das Unternehmen mehr erhofft als von den bisherigen Beteiligungen. Oliver Samwer bescheinigt ihnen jedenfalls große Qualität.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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