Wie vielversprechend Aktienkurse im Online-Handel sind

Das Geschäftsmodell von Amazon begeistert nicht nur Millionen Kunden in vielen Ländern der Welt, auch die Bewertung der Aktien steigt so rasant an, dass Amazon – gemessen an der Marktkapitalisierung – zu den wertvollsten Unternehmen der Welt gehört. Ein Blick auf die Kursentwicklung der Amazon Aktien (WKN: 906866 / ISIN: US0231351067) zeigt: In der gerade einmal 23 Jahre jungen Unternehmensgeschichte konnte mehr Kapitalwert geschaffen werden, als bei manchen Unternehmen in mehr als 60 Jahren. Die Deutsche Lufthansa AG bzw. deren Aktien wird mit knapp 7 Milliarden Euro bewertet, Amazon Ende März 2017 mit knapp unter 400 Milliarden Euro!

Dies sollte Sie neugierig machen: Was steckt hinter diesem enormen Wert und gelten die – traditionellen – Bewertungsmaßstäbe der Aktien auch für Amazon – dem – Weltmarktführer im Online-Handel? Ein Blick auf die Performance der Amazon Aktien der letzten fünf Jahre und die aktuellen Ansätze Amazons für neue Produkte und Initiativen über den Online-Handel hinaus können zu einer Art 360 Grad Blick auf die Aktie führen:

Roll Out von neuen Produkten: Trotzdem hoher operativer Cash-Flow

Eines der Geheimnisse von Amazon ist neben seiner Innovationskraft die immense Größe. Trotz des Roll-Outs von neuen Produkten wie Filmproduktionen, eines per Sprachsteuerung gesteuerten Assistenten sowie ersten Initiativen mit Lebensmittel-Lieferungen oder Lieferungen innerhalb einer Stunde bleibt der Cash Flow positiv: Im vierten Quartal 2016 konnte Amazon seinen Quartalsumsatz um 22 % auf 43,7 Milliarden Euro steigern – ohne dass Investitionen und Anlaufverluste die Gewinne aufgefressen hätten. Der freie Cash-Flow des Zwölf-Monats-Zeitraums stieg um 32,8 % auf 9,7 Milliarden US-Dollar. Dies wirkt insbesondere dann beeindruckend, wenn Sie als Aktieninteressierter diese Zahlen mit denen der Zalando SE vergleichen würden: Der prozentuale Cash-Flow von Amazon (bei einem Umsatz Jahresumsatz von 136 Miliarden US-Dollar) beträgt 7,1 %, bei Zalando SE sind es bei weitgehender Innovationsfreiheit lediglich 5,7 %! Und auch auf der Infografik von kreditmitschufa.org ist zu sehen, dass solche Kursgewinne wie von Amazon (oder auch Booking.com) nicht selbstverständlich sind und einige Rivalen eher lahm aussehen lassen.

Der Reinertrag pro Amazon Aktie betrug im Jahr 2016 4,90 USD (4,65 Euro) und konnte damit gegenüber dem Vorjahr beinahe vervierfacht werden! Dank Online-Handel konnten mehr Werte generiert werden, als im traditionellen Einzelhandel.

Wie vielversprechend Aktienkurse im Online-Handel sind

Wie vielversprechend Aktienkurse im Online-Handel sind

Beeindruckender Aufwärtstrend bei Amazon: Wie könnte es weiter gehen

Für den langfristigen Investor, der in Euro rechnet, ergibt sich bei Betrachtung längerer Zeiträume ein sehr interessantes Bild: Am ersten Handelstag des Jahres 2012 (also vor gerade einmal fünf Jahren) notierte die Aktie bei lediglich etwa 144 Euro und stieg dann mit einem vergleichsweise stabilen Aufwärtstrend bis knapp über 786 Euro im vormittäglichen Handel des 24.03.2017. Bis zum Anfang des Jahres 2015 konnte die Aktie regelmäßig den Index DAX (WKN 846900) leicht übertreffen und danach wirklich outperformen. Einziger Wermutstropfen ist die bisherige Strategie der Bildung von stillen Reserven und des Investments in neue Geschäftsfelder, die bisher nicht zur Zahlung einer regelmäßigen Dividende führen.

Deshalb könnte die Aktie für alle diejenigen ein gutes Investment sein, die auf Wachstum im Online-Handel setzen und einen langen Anlagehorizont haben. Für eine Strategie, die auf die Kombination von Wertzuwachs und Dividende setzt, ist die Amazon Aktie momentan nicht die erste Wahl. Sorgen könnte das aktuelle KGV von beinahe 120 machen, welches sich aber nach Analystenmeinung durch steigende Gewinne in den nächsten Jahren erheblich verbessern wird. Aktionäre, die den Online-Handel als Vertriebsform der Zukunft sehen, könnten hier investieren. Allerdings sollte aufgrund der hohen Bewertung ein Stop-Loss gesetzt werden, falls die allgemeine Euphorie Online-Handel oder für die Amazon Aktien verfliegen sollte.

PayPal: Auch direkt mit dem Online-Handel verbunden

Der Aufstieg von PayPal zu einem führenden Zahlungsdienstleister wurde und wird direkt aus zwei wesentlichen Quellen gespeist: Einerseits aus der fehlenden Innovationskraft der klassischen Großbanken. Weder kleine Zahlungen zwischen Privatpersonen, noch internationale Zahlungen können von diesen zu akzeptablen Preisen und in hoher Geschwindigkeit durchgeführt werden. Darüber hinaus setzte PayPal mit seinen Aktivitäten zu Käufer- und Verkäuferschutz Standards, die den grenzüberschreitenden Online-Handel auf eine neue Basis stellen. Grund genug, einen Blick auf die Aktien zu werfen.
Im Jahr 2016 konnte das Unternehmen seinen Wachstumspfad fortsetzen und 17 % mehr Umsatz generieren, währungsbereinigt ohne die Wechselkursveränderungen zum US-Dollar sogar um 21 %! Das auch in vielen Ländern über eine Banklizenz verfügenden Unternehmen konnte Zahlungen von mehr als 99 Milliarden US-Dollar durchführen und wird nach Meinung der Redaktion die psychologisch wichtige 100 Milliarden US-Dollar-Marke im Jahr 2017 knacken. Dabei stiegen die Gewinne pro Aktie im Jahr 2016 weiter an. Pro Aktie wurde ein Gewinn von 0,32 USD nach 0,30 USD im Vorjahr (+ 7 %) ausgewiesen. Dabei konnte eine operative Gewinnmarge 15,4 % realisiert werden wie die aktuellen Zahlen des Unternehmens zeigen.

Für einen europäischen Aktionär ist im Wesentlichen die Wertveränderung des Kurses in Euro maßgeblich, die auch durch das Nutzungsverhalten der mehr als 155 Millionen Kunden angetrieben wird. Im Gegensatz zu einigen Standardaktien oder auch dem darbenden Sektor des klassischen Banken-Geschäftsmodells konnten. Leider wurde die PayPal-Aktie erst 2015 von der ebay-Aktie abgespalten, weshalb sich noch kein langfristiger Trend verfolgen lässt. Seit der Erstnotiz um die 35,50 Euro ist die Aktie auf knapp über 40,00 Euro gestiegen und wird mit einem KGV von knapp unter 25 bewertet.

Aus Sicht der KGV-Bewertung erscheinen die PayPal Aktien nicht als überbewertet, zumal das Unternehmen in vielen Bereichen nachhaltig wächst. Neben dem reinen Zahlungsverkehr sind dies beispielsweise Kreditfinanzierungen, innovatives Zahlen mit mobilen Endgeräten und Kundenbindungssysteme. Das Unternehmen und die Aktien könnten deshalb ein Wachstumspotenzial besitzen, welches ausgehend vom Online-Handel als starker Basis erheblichen Merhrwert schaffen könnte.

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Frank Weyermann
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Kategorien: Börse, Quartalszahlen

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