Große Nachfrage nach Logistik-Immobilien: Der Konkurrenzkampf um Lagerflächen hat begonnen

Während der stationäre Handel kontinuierlich an Boden verliert, wächst das Internetgeschäft von Jahr zu Jahr. Das hat Auswirkungen auf die Nachfrage nach Logistikimmobilien. Wie die Lage zurzeit aussieht, haben Mitarbeiter der Berliner Ratingagentur Scope Ratings AG analysiert. Diese macht den Investoren Hoffnungen, spricht aber auch eine Warnung aus.

Immer mehr Menschen kaufen ihre Wunschprodukte im Internet. Das hat eine große Auswirkung auf die stationären Anbieter, die zunehmend ihre Filialen schließen müssen. Mit dieser Entwicklung sinkt die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen, während Logistik-Immobilien hoch im Kurs liegen, wie die Berliner Ratingagentur Scope Ratings AG ermittelt hat. Sie geht davon aus, dass das E-Commerce in der Europäischen Union bis 2025 jährlich um zehn Prozent wachsen werde. Wer in diesen Bereich investiert, muss sich daher früh genug um die nötige Infrastruktur kümmern und Hallen erwerben, um die eigene Ware lagern zu können. Das sei vielen Akteuren im E-Commerce bewusst, erklärt Scope-Analyst Philipp Wass. Deswegen werde die Nachfrage nach Logistik-Flächen bis 2025 um das Doppelte steigen.

Große Nachfrage nach Logistik-Immobilien: Der Konkurrenzkampf um Lagerflächen hat begonnen

Große Nachfrage nach Logistik-Immobilien: Der Konkurrenzkampf um Lagerflächen hat begonnen

Logistik-Immobilien in und um Ballungszentren besonders gefragt

Der Konkurrenzkampf um diese Immobilien falle laut Scope Ratings AG vor allem in innerstädtischen Gebieten hart aus, was an der immer kürzeren Dauer der Warenauslieferung liege. Mehr und Mehr Händler stellen die bestellten Produkte innerhalb weniger Stunden zu, um auf diese Weisen ihre Kunden zufriedenzustellen und dafür zu sorgen, dass sie das nächste Mal nicht bei der Konkurrenz einkauft. Deswegen dürfen die Lagerhallen nicht weit entfernt sein von den Ballungszentren, wo die meisten Kunden ihren Wohnsitz haben. Einen weiteren Trend haben die Analysten darin entdeckt, dass sowohl Logistik-Dienstleister als auch Online-Händler die dafür nötigen Flächen zunehmend selber entwickeln und bewirtschaften, während sie sie früher noch mieteten. Im letzten Jahr verfolgten diese Strategie 50 Prozent aller deutschen und französischen Akteuere im E-Commerce, was im Vergleich zu 2011 einem Plus von 20 Prozent entspricht.

Wandel in der Logistik-Branche durch moderne Technologien

Investoren mit großem Profithunger sollten laut Scope Ratings AG dennoch vorsichtig sein, weil das Ausfallrisiko steige. Das liege auch an dem dynamischen Wettbewerb zwischen dem klassischen Einzelhandel und dem Online-Handel. Nicht vorhersehbar seien auch die Veränderungen, die neue Technologien wie „Internet der Dinge“, 3D-Druck, Automatisierung, Robotik, autonom fahrende Fahrzeuge und Drohnen mit sich brächten. Als sicher gelte jedoch, dass sie die Logistik-Branche einem großen Wandel unterziehen würden. Was das bedeuten könnte, erklären die Scope-Analysten folgendermaßen: „Eine heute attraktive Logistikimmobilie könnte in nur wenigen Jahren nicht mehr den Marktansprüchen genügen.“

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Eugen (Redakteur)

Über den Autor

Eugen Zentner ist freier Redakteur, dpa-infocom.



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