Münchner Kurierservice Tiramizoo erhält frisches Geld von Shell

Produkte lassen sich online besser verkaufen, wenn sie noch am gleichen Tag bei dem Kunden ankommen. Deswegen bemühen sich viele Händler um Lösungen und arbeiten mit Kurierdiensten wie Tiramizoo zusammen, der zwischen Anbietern und kleineren Zustellern vermittelt. Von diesem Geschäftsmodell ist insbesondere der Investor Shell überzeugt, der dem jungen Unternehmen jetzt genügend Geld zur Verfügung gestellt hat, sodass dieses gleich ein neues Projekt im asiatisch-pazifischen Raum in Angriff nimmt.

Wer heute seine Wunschprodukte online bestellt, will nicht lange auf sie warten. Express-Lieferung stellt daher einen der Begriffe dar, die das gegenwärtige E-Commerce dominieren. Zugleich bietet dieser Bereich eine große wirtschaftliche Chance, die zum Beispiel der Kurierservice Tiramizoo aus München nutzt. Als Unternehmen startete er bereits im Jahr 2010 und bietet seit diesem Zeitpunkt einen Same-Day-Delivery-Dienst an. Wenn Kunden bei einem seiner Partner Artikel online ordern, sorgt Tiramizoo für eine schnelle Zustellung. Allerdings beschäftigt das Unternehmen keine eigenen Fahrer, sondern versteht sich eher als Vermittler zwischen Händlern und Kurieren. Dafür nutzt das Start-up eine Software as a Service (SaaS), welche die Lieferstrecke per GPS-Tracking berechnet und Kundeninformationen erstellt.

Münchner Kurierservice Tiramizoo erhält frisches Geld von Shell

Münchner Kurierservice Tiramizoo erhält frisches Geld von Shell

Investoren schütten eine zufriedenstellende Summe aus

Die Qualitäten der SaaS liegen darin, dass sie Strecken in Echtzeit anpassen kann. Das ist vor allem dann wichtig, wenn es während der Zustellung zu einem Stau oder Sperrung von Straßen kommt. Bei den Händlern scheint die Software gut anzukommen, wie die Zahlen belegen. Seit seiner Unternehmensgründung konnte Tiramizoo mehr als 1.000 Verkäufer aus 150 Städten als Partner gewinnen. Auf die Investoren macht diese Leistung Eindruck, weshalb sie sich bei der letzten Finanzierungsrunde besonders großzügig zeigten. Als größter Geldgeber trat dieses Mal Shell Technology Ventures hervor. Als Co-Investor hat sich hingegen der Autobauer Daimler in Position gebracht, während DPD Deutschland und Bayern Kapital wie schon zuvor als Gesellschafter fungieren. Wie hoch der Betrag des frischen Geldes ausfällt, wollte das Unternehmen nicht verraten. Mitgründer Michael Löhr ließ jedoch wage durchblicken, dass sich Tiramizoos Kasse deutlich gefüllt habe.

Frisches Geld für Tests im asiatisch-pazifischen Raum nutzen

Der neue Investor Shell erhöht das Selbstbewusstsein des Münchner Start-ups, das mit dem frischen Geld neue Geschäftsmodelle im asiatisch-pazifischen Raum ausprobieren möchte. Als Ziel hat sich Tiramizoo ein- bis zwei-stündige Lieferungen auf Strecken gesetzt, die nicht länger als zehn Kilometer sind. Außerdem möchte das Unternehmen in Asien testen, ob sich der Service auch bei größeren Distanzen anbieten lässt. Sollte es funktionieren, wird dieser Dienst auch in Deutschland angeboten. Als weiteres Projekt verfolgt Tiramizoo die Optimierung von Lieferstrecken für E-Fahrzeuge, wofür der Co-Investor Daimler die Auto-Modelle zur Verfügung stellen würde. Ob das ausreicht, um die Wettbewerber auszustechen, ist ungewiss. Mit Amazon Fresh betritt bald ein schwergewichtiger Konkurrent den Markt, der Lebensmittel ebenfalls innerhalb von 24 Stunden liefern will. Dabei nutzt der Internet-Riese aus Seattle seine eigen Software, um die Strecken zu optimieren.

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Eugen (Redakteur)

Über den Autor

Eugen Zentner ist freier Redakteur, dpa-infocom.



Kategorien: Logistik, Versender

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