Marktplätze als Chance für Einsteiger und etablierte Online-Händler

Der E-Commerce ist vor allem von der starken Konkurrenz der Händler zueinander geprägt. Dass diese Konkurrenz aber nicht zwangsläufig schlecht und schädlich sein muss, zeigen die großen Internet.-Marktplätze sehr deutlich. Diese bieten Händlern immerhin die Möglichkeit, ihre Waren dort schnell, einfach, standardisiert und günstig einem großen Publikum zum Kauf anzubieten. Wie sich dieses Vertriebsmodell sowohl von Einsteigern im E-Commerce als auch von bereits etablierten Händlern erfolgreich nutzen lässt und worauf man hierbei besonders achten sollte, erfahren Sie im Folgenden.

So erreichen Online-Händler vom ersten Tag an ein Millionenpublikum

Marktplätze als Chance für Einsteiger und etablierte Online-Händler

Marktplätze als Chance für Einsteiger und etablierte Online-Händler

Aller Anfang ist schwer. Diese Binsenweisheit gilt unter anderem auch für frisch gebackene Online-Händler. Der eigene Shop ist fertig gestellt, die virtuellen Regale sind eingeräumt und jeder einzelne Mitarbeiter steht bereits in den Startlöchern, um die ersten eingehenden Bestellungen sofort zu bearbeiten und zu versenden. Was jetzt nur noch fehlt, sind die Kunden. Eine ausreichende Anzahl an Besuchern steht in den Web-Shops der Stunde Null nämlich noch nicht zur Verfügung, so dass es jetzt erst einmal heißt, die Geduld zu bewahren und abzuwarten. Diese Phase kann leider recht lange dauern. Bis die ersten Werbemaßnahmen ihre Wirkung entfalten, bis sich der neue Shop unter potenziellen Käufern wenigstens ein bisschen herumgesprochen hat und bis Tag für Tag eine ernstzunehmende Anzahl an Bestellungen eingeht, kann nämlich durchaus ein bisschen Zeit vergehen.

Genau in dieser Situation kommen dem jungen Online-Unternehmen die großen Marktplätze ganz recht. Schließlich steht nirgendwo geschrieben, dass man die Produkte aus dem Sortiment ausschließlich auf den eigenen Shop-Seiten anbieten darf. Warum also nicht ein paar Artikel bei eBay oder Amazon einstellen und auf diese Weise schon am ersten Tag im Business eine Reichweite von mehreren Millionen potenziellen Käufern nutzen? Die Einstellung von Angeboten ist innerhalb von wenigen Minuten zu erledigen. Die Kosten hierfür sind zwar nicht gerade gering, dafür aber planbar. Außerdem kann man davon ausgehen, dass sich erste Bestellungen innerhalb von kürzester Zeit einstellen. Das sichert nicht nur die Einnahmen der ersten Tage und Wochen. Es gibt dem Team auch die Möglichkeit, alle Arbeitsschritte einzustudieren und sich an die neuen Aufgaben zu gewöhnen.

Multi-Channel-Vertrieb ist im Online-Handel Trumpf

Der Verkauf über die bekannten Marktplätze bildet also eine ausgezeichnete Starthilfe für frisch gebackene Online-Händler. Doch nicht nur das. Auch dauerhaft bietet dieses Vertriebsmodell eine ganze Reihe von Vorteilen und lässt sich in vielen Situationen gewinnbringend einsetzen. Eine solche Vertriebsdiversifizierung, also die Verteilung der eigenen Verkaufsaktivitäten auf unterschiedliche Plattformen, bringt nämlich eine deutlich erhöhte Reichweite und damit die Chance auf viele zusätzliche Verkäufe und Umsätze. Das Prinzip dahinter ist sehr einfach: Wer seine Waren an mehreren Stellen gleichzeitig anbietet, der erreicht mehr Kunden, verkauft mehr Produkte und verdient mehr Geld.

Nehmen wir zum Beispiel an, dass ein Online-Händler bereits seit einiger Zeit erfolgreich am Markt tätig ist. Doch plötzlich stellt sich eine Geschäftsflaute ein. Das Interesse der Kunden an den Produkten im Sortiment lässt nach und es wird höchste Zeit, das Lieferprogramm zu aktualisieren und wieder attraktiv zu machen. Bis es so weit ist, kann man jetzt die noch verfügbaren Bestände hervorragend über eBay oder Amazon vermarkten. Auf diese Weise erzielt man weiterhin Einnahmen, wird die Lagerbestände los und gewinnt insgesamt ein wenig Zeit. Ähnlich stellt sich die Situation dar, wenn man zum Beispiel die Gelegenheit hatte, einen wirklich großen Sonderposten zu günstigen Konditionen zu ergattern. Die Ware soll möglichst schnell umgeschlagen werden. Wer jetzt darauf setzt, das Angebot über möglichst viele Plattformen und Marktplätze zu streuen, der wird innerhalb von kurzer Zeit sehr viele Produkte erfolgreich verkaufen können. Hier sind übrigens die Händler, die bereits in der Startphase über die Marktplätze verkauft haben, deutlich im Vorteil, weil sie bereits viele positive Kundenbewertungen sammeln konnten.

So holen Sie Marktplatzkunden direkt in Ihren eigenen Shop

Wir stellen also fest, dass der Verkauf von Produkten über die Marktplätze viele entscheidende Vorteile und Chancen mit sich bringt. Stellen wir allerdings den direkten Vergleich zwischen solchen externen Transaktionen und Verkäufen über den eigenen Shop an, dann stellen wir zwei entscheidende Unterschiede fest. Zum einen sind Angebote über die Marktplätze immer mit zusätzlichen Kosten verbunden. Da auf der anderen Seite aber die Preise dort einer extremen Transparenz unterliegen und daher nicht beliebig erhöht werden können, gehen diese Kosten sofort zu Lasten des unternehmerischen Gewinns. Zum anderen lassen sich über die Marktplätze keine Stammkunden aufbauen. Der Käufer erinnert sich nämlich in der Regel nur noch daran, dass er zum Beispiel bei eBay oder bei Amazon gekauft hat. Von welchem Händler seine Ware letztlich stammte, dass nimmt er kaum wahr. Daher begünstigt sein nächster Einkauf mit hoher Wahrscheinlichkeit einen ganz anderen Händler. Hier heißt es insofern unbedingt Sorge dafür tragen, dass Kunden, die man ursprünglich über den Marktplatz gewonnen hat, möglichst effektiv auf den eigenen Shop aufmerksam gemacht werden. So arbeitet man aktiv an der Chance, dass der nächste Einkauf direkt stattfindet. Der Käufer wurde damit zum Stammkunden entwickelt und für alle Folgegeschäfte fallen gegenüber dem Marktplatz keine zusätzlichen Kosten mehr an.

Mit welchen Strategien man erfolgreich dafür sorgen kann, dass Marktplatz-Kundschaft unmittelbar auf die Angebote im eigenen Shop aufmerksam gemacht wird, dass erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe von INTERNETHANDEL (Nr. 161, März 2017). Im Rahmen einer umfangreichen Titelstory hat sich die Redaktion nämlich intensiv mit dem Thema Marktplätze beschäftigt und stellt hier Konzepte und Methoden vor, von denen sowohl Einsteiger im E-Commerce als auch etablierte Händler stark profitieren können. Das Thema ist insgesamt aber noch deutlich breiter gefasst. INTERNETHANDEL beschäftigt sich in der März-Ausgabe nämlich außerdem sehr intensiv mit dem Thema Shopsysteme. Gründern und angehenden Online-Händlern werden hier sämtliche Optionen und Möglichkeiten vorgestellt. Außerdem stehen viel Hintergrundwissen, verständliche Anleitungen, professionelle Tipps und Ratschläge und eine komplexe Checkliste zur Verfügung.

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Internethandel gehört bereits seit 2003 zu den bekanntesten deutschen Fachmagazinen für E-Commerce. Die unabhängige Digital-Zeitschrift informiert monatlich über aktuelle Trends im Online-Handel, vermittelt Fach- und Hintergrundwissen und stellt umfangreiche Ratgeber zur Verfügung. Berichtet wird unter anderem über neue Software und Services, aktuelle Gerichtsurteile, Strategien zur Existenzgründung, zur Shop-Optimierung und zur Umsatzsteigerung.

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Kategorien: Onlinehandel allgemein, Praxistipps

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