Express-Versand von Apotheken-Produkten: Amazon arbeitet am Lieferdienst für Arzneimittel

Bei Amazon kann jeder bestellen, was er sich wünscht – fast alles. Arzneimittel finden treue Kunden noch nicht im Sortiment. Das soll sich aber ändern, wie manche Branchen-Beobachter glauben. Ihnen zufolge arbeitet der Internet-Gigant an dem Aufbau eines Express-Dienstes für Apotheken-Produkte. Um dieses Projekt zu realisieren, braucht er aber noch einige Partner.

Amazon hat schon so manch einen Wirtschaftszweig aufgewühlt. Nun scheint auch die Pharma-Branche an der Reihe zu sein. Wie viele Experten munkeln, hegt der Online-Riese aus Seattle den Plan, einen Lieferdienst für Arzneimittel aufzubauen. Dafür soll er bereits intensive Gespräche mit einigen stationären sowie Versandapotheken führen, die er als Partner gewinnen möchte. Zusätzlich dazu versucht der Internet-Gigant herauszufinden, wie sich die Pharmazeuten zu seiner Initiative verhalten. Wenn Amazon auf keinen großen Widerstand stößt und sowohl Hersteller wie Apotheken für das eigene Projekt gewinnen kann, kommt der Lieferdienst noch in diesem Jahr auf den Markt.

Express-Versand von Apotheken-Produkten: Amazon arbeitet am Lieferdienst für Arzneimittel

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Versand von Arzneimitteln ist in manchen Städten schon jetzt möglich

Sollte der Online-Händler seinen Plan tatsächlich umsetzen, wird er den Lieferdienst laut Branchen-Beobachtern in „Amazon Prime“ integrieren. Dieses erhält dann eine neue Kategorie, in der Kunden Gesundheitsprodukte und Arzneimittel finden. In 20 deutschen Städten liefert Amazon schon jetzt solche Artikel aus. Dabei kooperiert der Online-Händler mit Niederlassungen in Graben bei Augsburg, in Bad Hersfeld, Leipzig, Rheinberg, Werne, Pforzheim, Koblenz und Brieselang. Wer die Produkte in den ausgewählten Städten bestellt, erhält sie noch an dem gleichen Tag. Allerdings gilt dieses Angebot nur dann, wenn der Bestellwert 20 Euro überschreitet. Außerdem muss der Kunde ein Prime-Mitglied sein, um den Versand solcher Artikel ordern zu dürfen.

Riskantes Projekt

Dieses Geschäftskonzept möchte Amazon auf die ganze Bundesrepublik ausbreiten und bemüht sich daher, in jeder Stadt mindestens eine Apotheke als Partner anzuwerben. Wer sich zu einer Zusammenarbeit entschließt, erhält die Aufgabe, die bestellten Produkte an einen Umschlagplatz zu bringen, von wo aus Amazon-Mitarbeiter sie innerhalb der vereinbarten Zeit zustellen. Ob dieses Modell funktioniert, bezweifeln manche Experten. Diese verweisen dabei auf die Berliner Versand-Apotheke Aponeo, die mit ihrem Expressdienst bei den Kunden zwar für positive Resonanz sorgen, jedoch kaum Geld verdienen konnte. Deshalb will sie mittlerweile Gebühren einführen, um den Lieferservice rentabel zu machen.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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