Zalando übernimmt Streetwear-Anbieter Kickz und steigt in den stationären Handel ein

Große Online-Händler verfolgen derzeit die Strategie, nicht nur im Internet, sondern auch in den Fußgängerzonen großer Städte Präsenz zu zeigen. Amazon hat es vorgemacht, jetzt folgt auch Zalando. Der Berliner Konzern kauft den Streetwear-Anbieter Kickz und übernimmt dessen Filialen in vier deutschen Städten. Doch das ist nur der Anfang eines viel größeren Projekts.

Zalando ist in dem Modebereich zum mächtigsten Online-Händler avanciert, der seit dem letzten Jahr davon träumt, in der Branche zu einer Art Betriebssystem zu werden. Alle Akteure sollen mit der Hilfe des Berliner Unternehmens miteinander kommunizieren und Geschäfte treiben können, ob es sich dabei nun um Stylisten, Fashion-Blogger, Marken oder Designer handelt. Um sich derart breit aufzustellen, kauft Zalando bereits einige stationäre Anbieter auf. Dieses Schicksal wurde zum Beispiel dem Münchner Sneaker- und Streetwear-Händler Kickz zuteil, der seit 1993 im stationären Geschäft tätig war und bis zu der Übernahme deutschlandweit fünfzehn Läden unterhielt. Hier finden Kunden nicht nur Schuhwerk, sondern auch Baseball-Kappen, T-Shirt, Jacken und Hosen. Zu ihren Käufern zählt überwiegend die junge Generation, für die Coolness im Vordergrund steht.

Zalando übernimmt Streetwear-Anbieter Kickz und steigt in den stationären Handel ein

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In vier deutschen Städten stationär vertreten

Solche Artikel suchten Kunden bei Zalando bislang vergeblich. Das dürfte auch der Grund sein, warum der Berliner Konzern sich den kleinen Händler aus München einverleibt hat. Gründer David Schneider gab an, das Management habe einen „Zugang zu einer authentischen Basketballwelt“ schaffen wollen, den das Unternehmen aus eigener Kraft nicht hätte gewähren können. „Genau das ist das Ziel beim Aufbau unserer Plattform: Wir wollen ein einzigartiges Einkaufserlebnis für unsere Kunden schaffen. Die 15 Läden von Kickz gehören dazu“, erläuterte er die Entscheidung. Mit der Übernahme begibt sich Zalando zugleich auf die Spuren von Amazon und steigt ebenfalls in den stationären Handel ein, auch wenn es schon zuvor drei Outlet-Stores gab. Dank Kickz ist das Modeunternehmen aber gleich in mehreren Städten vertreten, zu denen neben Berlin und München auch Hamburg und Stuttgart gehören.

Umsatzprognose für das laufende Jahr

Die Übernahme kommt zu einem Zeitpunkt, in dem Zalando bei seinen Anlegern Optimismus verbreiten will. Ihnen kündigt das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 20 bis 25 Prozent an, macht aber gleichzeitig darauf aufmerksam, dass die operative Marge lediglich um sechs Prozent steigen könnte. Das würde dem Wachstum des letzten Jahres entsprechen. Dass Zalando bei den Profiten so bescheiden bleibt, hängt vor allem mit den Investitionen zusammen. Zu ihnen gehört aber nicht nur der Kauf des Münchner Streetwear-Händlers, sondern auch der Ausbau des Kundeservices, der Logistik sowie der IT-Infrastruktur.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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