Spannende Alternativen zur eigenen Logistik im E-Commerce

Wenn es im E-Commerce um die Themen Lieferantenmanagement und Einkauf geht, dann sind die Bereiche Lagerung und Versand nicht weit. Schließlich bildet die Logistik einen zentralen Bestandteil von jeglicher Art des Distanzhandels. Was viele Gründer allerdings deutlich unterschätzen, sind die Risiken, die mit diesen Bereichen verbunden sind. Gerade wenn es Web-Shop sich gerade in einer starken Wachstumsphase befindet, bergen Pannen in Bezug auf die logistische Struktur erhebliche Gefahren, die man unbedingt kennen und berücksichtigen sollte.

Risiko Logistik: Gründer im E-Commerce zahlen oft Lehrgeld
Wer sich mit dem Gedanken beschäftigt, ein eigenes Unternehmen im Bereich Online-Handel zu gründen, der muss sich im Vorfeld mit einer Vielzahl von Themen und Fragestellungen beschäftigen. Welches ist der richtige Produktbereich, mit welcher konkreten Geschäftsidee erobert man die Verbraucherherzen im Sturm, wie lautet die zutreffende Definition der perfekten Zielgruppe und welche technische Infrastruktur ist eigentlich optimal geeignet? Diese und ähnliche Fragen halten den angehenden Shop-Betreiber in Atem und nicht selten werden im Eifer des Gefechts wichtige andere Themen schlichtweg vergessen.Spannende Alternativen zur eigenen Logistik im E-Commerce

Ein häufiges Beispiel hierfür ist die mangelnde Beschäftigung mit dem Thema Logistik. Das kann man den Gründern nicht einmal richtig übel nehmen, denn es gibt gleich zwei Ursachen für diese Nachlässigkeit. Zum einen malt man sich die eigene berufliche Zukunft natürlich viel lieber in einem stylishen Startup-Loft als in einem kalten und zugigen Lager aus. Man will lieber coole Kampagnen an einem schicken Schreibtisch entwerfen als sich mit Verpackungs- und Füllmaterial, Packlisten und Abholzeiten der Versanddienstleister zu beschäftigen. Zum anderen wird er Aufwand, der mit einer professionellen Logistik verbunden ist, schnell unterschätzt. Da hört man die jungen Gründer förmlich sagen: „Ach die paar Pakete, die packen wir doch mit Links und zur Not stellen wir eben eine Aushilfe ein“.

Dieser Satz markiert nicht selten den Moment, in dem ein Unternehmenskonzept den Großteil seiner Erfolgschancen einbüßt. Damit man hier gar nicht erst auf den falschen Weg gerät, sollte man sich zwei Aspekte deutlich vor Augen führen: Erstens entspricht es der Zielsetzung von jedem Internet-Unternehmen, die Anzahl täglich eingehender Bestellungen stetig zu maximieren. Geht das Konzept tatsächlich auf, dann müssen nach kurzer Zeit schnell mal einige Hundert Sendungen pro Tag auf die Reise gebracht werden. Und dass man das nicht „mit Links“ oder mit „einer Aushilfe“ hin bekommt, sollte selbst dem blutigsten Anfänger klar sein. Zweitens verstecken sich in einer unzureichenden Logistik erhebliche Kosten, die mit zunehmendem Bestellaufkommen schnell den kompletten Gewinn aufzehren können. Beide Aspekte sollten Grund genug sein, sich mit dem Thema Logistik eingehend zu beschäftigen.

Risiken konsequent auslagern: Lager und Versand per Outsourcing
Ist man als Online-Händler nicht dazu bereit, sich nebenbei zum Profi in Sachen Logistik zu entwickeln, dann gibt es natürlich auch Alternativen zur Darstellung von Lagerung und Versand in Eigenregie. Das entscheidende Stichwort in diesem Zusammenhang lautet Outsourcing. Hierbei überträgt man die Ausführung der logistischen Aufgaben einfach einem anderen Unternehmen. Dies ist zwar mit Kosten verbunden. Allerdings kann man solche Kosten innerhalb der eigenen Kalkulation berücksichtigen, was bei unkalkulierbaren Risiken nicht der Fall wäre.

Grundsätzlich gibt es im Outsourcing innerhalb dieses Bereiches zwei Möglichkeiten. Entweder man arbeitet hier mit einem lokalen Partner in der näheren Umgebung zusammen oder man wendet sich an einen global agierenden Dienstleister. Der lokale Partner bietet den Vorteil der individuellen Betreuung. Man kann jederzeit vor Ort nach dem Rechten sehen und befindet sich im stetigen persönlichen Austausch mit dem Geschäftspartner. Dieser kann schnell und flexibel auf zusätzliche oder neue Anforderungen reagieren und von sich aus auf Schwierigkeiten aufmerksam machen oder Verbesserungsvorschläge machen.

Große Fulfillment-Konzerne betreuen ihre Kunden meist nicht so persönlich und individuell wie der Logistik-Betrieb an der nächsten Ecke. Dafür kann man sich dort aber auch hohe Service-Standards und ein transparentes Preissystem verlassen. Wählt man hier einen Partner wie Amazon, dann gewinnt man als Online-Händler direkt einen weiteren Vertriebskanal hinzu. Für welches der beiden möglichen Modelle man sich entscheidet, wenn man die Logistik outsourcen will, muss man letztlich selbst wissen. In jedem Fall sollte man die Konditionen gründlich miteinander vergleichen und sich einen persönlichen Eindruck von der Leistungsfähigkeit der Anbieter verschaffen.

DropShipping: Ein innovatives Handelsmodell auf dem Vormarsch
Kommen wir schließlich noch auf eine weitere Alternative zur eigenen Logistik zu sprechen. Hierbei geht es direkt um ein vollständiges Handelsmodell, dass unter der Bezeichnung DropShipping bekannt ist. DropShipping bedeutet soviel wie Streckengeschäft und wird mitunter auch als Direkthandel bezeichnet. Hierbei geht es darum, dass der Online-Händler selbst gar nichts mit der Verkaufsware zu tun hat. Was auf den ersten Blick unlogisch wirkt, erschließt sich bei näherer Betrachtung. DropShipping bedeutet nämlich, dass der Händler bestimmte Produkte zwar in seinen Shop einstellt und zum Kauf anbietet, diese aber im Vorfeld gar nicht einkauft. Die Waren verbleiben nämlich beim jeweiligen Lieferanten und werden von diesem direkt an den einzelnen Endkunden verschickt, sobald eine Bestellung eingeht. Erst danach wird die Ware dem Online-Händler in Rechnung gestellt. Mit Lagerung oder Versand hat dieser nichts zu tun.

Die Vorteile von DropShipping liegen auf der Hand. Entsprechend aufgestellte Händler benötigen kein Kapital, um es in die Anschaffung eines ersten Warenbestandes zu investieren. Es sind weder ein Lager noch Lagerpersonal erforderlich und auch Verpackungsmaterial muss nicht angeschafft werden. Unter dem Strich handelt es sich also um eine sehr günstige Möglichkeit, einen eigenen Web-Shop zu betreiben. Sowohl vor dem Start als auch im laufenden Betrieb spart man als Unternehmer viel Geld, wenn man auf dieses Modell setzt. Außerdem muss man sich nicht um die kleinschrittige Auftrags- und Bestellabwicklung kümmern. Das spart viel Zeit, die dann für wichtigere Aufgaben zu Verfügung steht.

Natürlich stehen solch deutlichen Vorteilen auch gewisse Einschränkungen gegenüber. Man kann davon ausgehen, dass der DropShipping Händler bei seinem Lieferanten einen etwas höheren Preis bezahlen wird. Dies liegt zum einen daran, dass der Hersteller oder Großhändler mit der Logistik einen zusätzlichen Aufwand übernimmt und zum anderen daran, dass Produkte immer nur einzeln abgenommen werden. Außerdem muss man sich als DropShipping Händler voll und ganz auf seine Lieferanten verlassen können.

Das bekannte Online-Magazin INTERNERTHANDEL hat sich in seiner aktuellen Ausgabe (Nr. 160, Februar 2017) ausführlich mit den Themen Lieferantenmanagement und Einkauf beschäftigt. In diesem Zusammenhang spielen auch die hier angesprochenen Bereiche Lagerung und Versand eine wichtige Rolle. Interessierte Leser erfahren nicht nur alles über eine optimale logistische Abwicklung und sinnvolle Alternativen zur Logistik in Eigenregie, sondern werden auch mit sämtlichen Facetten eines professionellen Einkaufs vertraut gemacht.

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