Alibaba steht kurz vor der Übernahme eines mächtigen Anbieters von Geldüberweisungen

Gleich zu Beginn des neuen Jahres wirbelt Alibaba das E-Commerce auf. Das Unternehmen geht Joint Ventures ein, lässt Logistikzentren in Europa bauen und will jetzt auch noch einen großen US-Anbieter von Geldüberweisungen erwerben. Zuständig für diesen Deal ist Alibabas Tochterunternehmen „Ant Financial Services Group“, das jedoch noch eine wichtige Entscheidung abwarten muss, bevor es sich über die Übernahme freuen darf.

Wie sein Konkurrent Amazon ist der chinesische Online-Händler Alibaba in vielen Feldern aktiv. Eines davon stellt das Payment-Geschäft dar, um das sich seit 2015 das Tochterunternehmen „Ant Financial Services Group“ kümmert. Dieses betreibt auch die Plattform Alipay, die sich in Europa größerer Bekanntheit erfreut und in China die Hälfte des Marktes für Bezahldienste beherrscht. Allerdings dreht sich für Alibaba derzeit alles um Expansion, weshalb auch die Ant Financial Services Group ihren Einfuss ausbauen möchte. Aus diesem Grund beabsichtigt das Tochterunternehmen, den US-amerikanischen Finanzdienstleister „Moneygram“ zu übernehmen, der als zweigrößter Anbieter von Geldüberweisungen weltweit gilt.

Alibaba steht kurz vor der Übernahme eines mächtigen Anbieters von Geldüberweisungen

 

Deal ist noch nicht unter Dach und Fach

Dieses Geschäft ist der Ant Financial Services Group stattliche 880 Millionen US-Dollar wert. Sie gehen allerdings nur dann über den Kauftisch, wenn das „Commitee on Foreign Investment in the United States“ der Übernahme zustimmt. Zu einer Übereinkunft zwischen den beiden Unternehmen ist es bereits gekommen. Doch der US-Ausschuss muss zunächst unter Beteiligung des Finanzministers und Vertretern von neun verschiedenen Behörden einige wichtige Details klären. Dazu gehört die Frage nach dem Einfluss ausländischer Investitionen auf die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten. Wertet das Komitee ihn als negativ, könnte der Deal platzen. Die Ant Financial Services Group hofft jedoch sehr, dass es nicht dazu kommt. Denn das Unternehmen will mit dem Zukauf von den mehr als 350.000 Moneygram-Filialen profitieren, die über 200 Ländern verstreut sind. Von dort aus ließen sich dann weitere Expansionen planen – ganz im Sinne Alibabas.

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Eugen Zentner ist als Redakteur für onlinemarktplatz.de und als freier Redakteur für die dpa-infocom GmbH tätig.

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Kategorien: Andere Unternehmen, Bezahldienste, Onlinehandel allgemein

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